Operation: Schonendes Verfahren bei Nierensteinen

21.05.2013
Foto: Nierensteine

Ein neues Operationsverfahren ermöglicht jetzt die schonende Entfernung auch großer Nierensteine; © panthermedia.net/Jan Remisiewicz

Am Universitätsklinikum Freiburg wurde ein neues Verfahren zur Nierensteinentfernung durchgeführt, das speziell zur schonenden Therapie größerer Nierensteine entwickelt wurde.

Doktor Martin Schönthaler, Oberarzt in der Abteilung Urologie des Universitätsklinikums Freiburg, hat den Eingriff im April als einer der ersten in Europa durchgeführt.

Große Nierensteine werden üblicherweise mit der sogenannten Perkutanen Nephrolithotomie (PCNL) entfernt. Dabei wird über eine Punktion der Niere durch die Haut ein Arbeitskanal mit bislang circa einem Zentimeter Durchmesser ins Niereninnere geschaffen. Mit einem Spiegelungsgerät, dem sogenannten Nephroskop, kann durch den Arbeitskanal das Innere der Niere eingesehen werden. Dann wird ein Laser eingeführt, der die Nierensteine zerkleinert. Die so entstehenden Teilchen werden mit einem Fasszängchen geborgen oder herausgespült.

Das neue Verfahren kommt nun mit deutlich verkleinerten Instrumenten aus. Bei gleichem Grundprinzip konnte die Kreisfläche des Hautdurchtritts für den notwendigen Kanal zur Niere auf ein Zehntel reduziert werden. Die Operation kann jetzt wesentlich schonender für den Patienten durchgeführt werden. „Das sehr dünne Laser-Nephroskop-System ermöglicht nicht nur eine einfache und präzise Punktion der Niere, auch der Blutverlust und die Verletzung des umliegenden Gewebes sind deutlich niedriger als bei anderen Systemen“, erklärt Schönthaler.

„Eine massive Aufdehnung des Gewebes wie bei den bisherigen Verfahren ist nicht notwendig. In der Folge kann am Ende der Operation auf die Einlage einer Drainage verzichtet werden.“ Aufgrund einer speziellen Technologie ist es möglich, trotz des kleinen Durchmessers der Instrumente auch Nierensteine bis zu zwei Zentimeter Größe vollständig zu entfernen. Die zahlreichen kleinen Steinteilchen, die bei der Lasertherapie im Inneren der Niere entstehen, können ohne eine gefährliche Druckerhöhung in der Niere einfach mit einer Salzlösung ausgespült werden.

Die hochauflösende Mikrooptik des Geräts ermöglicht dabei eine hervorragende Darstellung von Niereninnerem und Stein. Die Operation kann schnell und sicher durchgeführt werden. „Für den Patienten hat das Verfahren den Vorteil, dass er sich schneller von der Operation erholt und wegen der hohen Entfernungsrate meist keine zweite Behandlung notwendig ist“, so Schönthaler. Der Krankenhausaufenthalt wird kürzer und nach dem Eingriff ist eine Narbe kaum mehr sichtbar.

COMPAMED.de; Quelle: Uniklinik Freiburg