Herz: Schonender Klappenersatz per Katheter

06.08.2013
Foto: Herzmodell

Von dem neuen Herzklappenersatz profitieren speziell ältere Patienten;
© panthermedia.net/satori

Am Universitätsklinikum Jena (UKJ) wurde nun eine neuartige Herzklappenprothese bei einer Patientin eingesetzt. Das Besondere: Anders als andere Herzklappen kann das jetzt am universitären Herzzentrum Jena genutzte neue Modell beim Einsetzen mit dem Katheter falls erforderlich mehrfach bis zum Erreichen besten Klappenposition neu platziert werden.

„So können wir mit nur einem minimal-invasiven Eingriff ein optimales Ergebnis für die Patienten erzielen“, erklärt Prof. Hans R. Figulla.

Die Eingriffe führen die Kardiologen gemeinsam mit den Herzchirurgen des UKJ durch. „Um die Versorgung unserer Patienten mit Herzklappenerkrankungen weiter zu verbessern, arbeiten am UKJ Mediziner verschiedener Fachrichtungen eng zusammen“, so Prof. Torsten Doenst. Rund 150 Herzklappen unterschiedlicher Modelle setzen die Herzmediziner aus Jena jährlich mit dem Katheter ein. Deutschlandweit wurde die neue Herzklappe bislang erst an drei anderen Kliniken eingesetzt.

Speziell für ältere Patienten und Menschen mit schweren Vorerkrankungen bedeute die neue Klappe eine Verbesserung durch eine größere Sicherheit während des Kathetereingriffs. Figulla: „Die Patienten sind während des Einsetzens bei Bewusstsein, es ist in der Regel keine komplette Narkose nötig. Der Eingriff ist so schonend wie möglich und dauert zwischen 45 Minuten und einer Stunde.“

Die neue Herzklappe („St. Jude Portico“) wird dabei mit einem Stent (Drahtgeflecht) über die Leiste der Patienten eingeführt. Nach der Platzierung im Herzen, die permanent am Monitor im speziellen Herzkatheterlabor überwacht wird, entfaltet sich der Stent. Die ursprüngliche Herzklappe wird an die Herzwand gedrückt und die neue Klappe übernimmt ihre Funktion. „Dieses Vorgehen wurde in den vergangenen Jahren permanent weiter verbessert und hat vielen Menschen geholfen. Neu ist nun, dass wir die Klappe wieder direkt im Herzen auch wieder einklappen können und unmittelbar nachjustieren können. Früher war dazu ein weiterer Eingriff nötig“, erklärt Dr. Alexander Lauten. Er ist zudem überzeugt: „Katheterverfahren für die Behandlung von Herzklappenerkrankungen nehmen in einer älter werdenden Gesellschaft an Bedeutung zu, da die Belastungen des Eingriffs für die Patienten in der Regel geringer sind als bei einer konventionellen Operation.“

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Jena (UKJ)