In den USA sollen etwa eine Million Menschen mit dem HI-Virus infiziert sein. Nach Schätzungen weiß jeder Vierte nichts von seiner Infektion. Im April 2004 hat man an zwei Kliniken der USA in den Notfallaufnahmen routinemäßige HIV-Schnelltest eingeführt. Die Kliniken sind in Los Angeles und in New York City. Im April 2005 kam eine dritte Klinik in Oakland, Kalifornien, dazu.

Die Tests waren jedoch nicht verpflichtend. In allen drei beteiligten Notaufnahmen hingen Poster und Broschüren, die auf die Möglichkeit eines kostenlosen HIV-Schnelltests hinwiesen. Angesprochen wurden vor allem jene Patienten, die angaben, HIV-negativ zu sein oder die nichts über ihren HIV-Status wussten.

186.415 Personen suchten die beteiligten Notfallaufnahmen im Untersuchungszeitraum auf. 34.627 (18,6 Prozent) bot man einen Schnelltest an, 19.556 (56,5 Prozent) nahmen das Angebot an. Bei 97 dieser Patienten wurde erstmals die Diagnose einer HIV-Infektion gestellt. 85 von diesen (88 Prozent) wurden danach einer speziellen HIV-Behandlung zugeführt.

Hätte man nur jene Personen auf einen HIV-Schnelltest angesprochen, die zu den klassischen Risikogruppen gehören, wie etwa Homosexuelle, dann hätte man 48 Prozent der neu Diagnostizierten übersehen.

Auf der Basis dieser Zahlen gehen die Studienleiter davon aus, dass man mit diesem Ansatz – Patienten in einer Notfallaufnahme gezielt auf einen HIV-Schnelltest anzusprechen – genügend Patienten identifizieren kann, die bislang nichts von ihrer HIV-Infektion wussten und die auch nicht von sich aus einen HIV-Test hätten durchführen lassen.

COMPAMED.de; Quelle: Morbidity and Mortality Weekly Report 2007, Vol. 56(24), S. 597-601, 602-604