Schnellere Verbreitung des Fortschritts gefordert

„Durch die Verzögerung von Innovationen werden die enormen Potenziale zur Verbesserung wirtschaftliche Effizienz und die Qualität der Gesundheitsversorgung nicht ausgenutzt“, so Ulrich Krauss, Vorsitzender des Fachverbandes Medizintechnik bei SPECTARIS. Wenn sich die Innovationen in Deutschland langsamer verbreiten als in ausländischen Märkten, sei langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Medizintechnik gefährdet.

Als größte Hemmschwelle sehen die Verbände die komplexen Strukturen und Abläufe der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mit 90 Prozent die Nachfrage nach medizinischen Leistungen auf dem deutschen Markt dominiere. Eine erfolgreiche Vermarktung innovativer Medizinprodukte sei davon abhängig, ob die GKV die Finanzierung oder die Behandlungskosten übernehme. „Die Komplexität und Dauer dieses Antrags- und Entscheidungsverfahrens der GKV stellt die Medizintechnik-Unternehmen vor enorme Herausforderungen, die gerade für mittelständische Anbieter existenzbedrohend sein können“, unterstrich Christian O. Erbe, stellvertretender Vorsitzender des ZVEI-Fachverbandes Elektromedizinische Technik.

Zur Problemlösung schlagen die Medizintechnik-Verbände eine stärkere Einbindung der Hersteller in die Entscheidungsprozesse über die Erstattung der innovativen Produkte und Behandlungsformen durch die GKV vor. Ebenso sollten die Antragsverfahren vereinfacht und die formalen Anforderungen an die technischen Gegebenheiten der Medizintechnikindustrie angepasst werden. Für einen schnelleren Marktzugang würde auch eine zeitlich befristete Finanzierung durch die GKV beitragen. „Generell muss eine für das Medizintechnikunternehmen transparente und praktikable Verzahnung zwischen regulatorischen Erfordernissen bei Zulassung und Erstattung erfolgen“, sagte der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan.

COMPAMED.de; Quelle: Industrieverband Spectaris