Saatgut sicher und effizient desinfiziert

Foto: Verschiedene Gertreidekörner

Pathogene EHEC-Bakterien haben in den letzten Wochen in Deutschland und Europa zahlreiche Krankheitsfälle und große Verunsicherung bei Verbrauchern ausgelöst. Neuen Meldungen zufolge steht Saatgut von Sprossen im Verdacht mit EHEC-Bakterien belastet zu sein. Welcher Auslöser auch gefunden wird, in den letzten Wochen ist deutlich geworden, welche Auswirkungen kontaminierte Lebensmittel haben können und wie wichtig die zuverlässige Behandlung von Saatgut und die Sterilisation von Lebensmitteln sind.

Das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP in Dresden verfügt seit einigen Jahren über eine ausgereifte Methode, um Saatgut von Krankheitserregern, wie Bakterien oder Pilzen, zuverlässig zu befreien. Das Verfahren nutzt niederenergetische Elektronen, um Keime dauerhaft zu deaktivieren.

Durch einen speziellen apparativen Aufbau wird das Saatgut in der Anlage vereinzelt und die Elektronen können rundum auf das Saatgut-Korn einwirken. Die Elektronen wirken dabei nur auf und in der Samenschale, die Keimfähigkeit und das Erbgut des Saatgutes wird nicht beeinträchtigt. Ein spezielles Qualitätsüberwachungssystem sichert und protokolliert die Qualität der Saatgutbehandlung, sodass die höchste Wirkung bei optimaler Pflanzenverträglichkeit gesichert ist.

Bei der Saatgut-Behandlung des Dresdener Institutes können die Schädlinge keine Resistenzen ausbilden, wie es bei Verwendung von Antibiotika geschehen kann, da es sich um ein rein physikalisches Verfahren handelt. Zudem kommt es ohne Chemikalien aus, die belastend für die Umwelt und die Gesundheit des Anwenders sein können.

In Deutschland konnte die Wirksamkeit für viele Arten von Getreidesaatgut gegen unterschiedliche Krankheitserreger (unter anderem auch Pseudomonas-Bakterien) nachgewiesen werden und in Zusammenarbeit mit dem Julius-Kühn-Institut als geeignete Saatgutbehandlungsmethode für unterschiedliche Anbaubedingungen bestätigt werden.


COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP