Ruckzuck die Gewissheit haben

Foto: Das Minilabor zur Bestimmung der Ursache von Arthritis

Die Ursache von Arthritis liegt oft viele Jahre zurück. Eins von acht Bakterien könnte der Auslöser der entzündlichen Gelenkerkrankung sein oder Viren wie das Parvovirus B19. Aber auch Gelenkverschleiß könnte die Krankheitsursache sein. Bisher sind lange Laboruntersuchungen nötig, um den genauen Auslöser bestimmen - und in dieser Zeit wird der Patient häufig falsch behandelt.

Ein mobiles Laborsystem des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM soll Abhilfe schaffen. Es steckt in einem Kästchen, das nicht viel größer ist als ein Schuhkarton. Sein Herzstück ist ein daumennagelgroßer Biochip, auf den hundert verschiedene Antigen-Dots gedruckt werden. In jedem dieser 500 Mikrometer großen Stellen sind Antigene eines möglichen Arthritis-Erregers angebracht.

Dann muss der Patient zirka einen halben Milliliter Blut hergeben. Im Serum sind alle Antikörper, die sein Immunsystem jemals hergestellt hat, enthalten. Findet ein Antikörper "sein" Antigen auf dem Chip, reagiert es - eine Fluoreszenzmarkierung macht die Reaktion sichtbar. Ein Lesegerät erfasst die leuchtenden Punkte und erkennt das jeweilige Antigen. Spricht der Test nicht an, so ist die Ursache keine Infektion, sondern Gelenkverschleiß.

Der Biochip steckt in einer scheckkartengroßen Kartusche, in der alle Reaktionsschritte nacheinander ablaufen. Mikrokanäle und Fluidverteiler verteilen die Chemikalien. Das Laborsystem bearbeitet in zwei Stunden bis zu fünf Kartuschen von verschiedenen Patienten gleichzeitig. In etwa zwei Jahren sollen Studien abgeschlossen sein, die das Medizinproduktegesetz vorschreibt.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft