Recyclingpotenzial von Technologiemetallen

29.09.2015
Foto: Elektronikschrott

Wie kann die Recyclingquote von Technologiemetallen und anderen kritischen Rohstoffen erhöht werden?; ©panthermedia.net/ gopixa

Deutschland nimmt weltweit eine Führungsposition als Anbieter von Hightech-Produkten ein. Doch diese Produkte werden zunehmend komplexer und basieren auf der Funktion verschiedener Technologiemetalle, die größtenteils aus dem Ausland bezogen werden. Ihr Recycling ist ein potenzieller Baustein für die künftige Rohstoffversorgung.

Fraunhofer UMSICHT hat im Rahmen der Studie "Recyclingpotenzial Technologiemetalle" bestehende Recyclingstrategien und Rückgewinnungsverfahren für relevante Technologiemetalle in Deutschland analysiert, Hemmnisse identifiziert und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen entwickelt.

Obwohl bei Massenmetallen wie Eisen, Kupfer oder Aluminium bereits hohe Recyclingquoten in Deutschland erreicht werden, liegt die momentane Recyclingquote von Technologiemetallen wie etwa Indium aus End-of-Life-Produkten unter einem Prozent.

Perspektivisch ist es wichtig, einen weitaus größeren Anteil dieser wertvollen Rohstoffe der Kreislaufwirtschaft zuzuführen und somit einen Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit zu leisten.

Für die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beauftragten Studie "Recyclingpotenzial von Technologiemetallen und anderen kritischen Rohstoffen als wichtige Säule der Rohstoffgewinnung", betrachteten Forscher von Fraunhofer UMSICHT fünf der aktuell 20 für die Versorgung der europäischen Wirtschaft als kritisch eingestuften Rohstoffe oder Technologiemetalle: Gallium (Ga), Germanium (Ge), Indium (In) sowie Neodym (Nd) und Dysprosium (Dy).

Das Recycling der betrachteten Rohstoffe beschränkt sich derzeit fast ausschließlich auf die Aufbereitung von Produktionsabfällen. Um Recyclingverfahren zur Rückgewinnung der ausgewählten Rohstoffe weiterzuentwickeln, fehlen zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem aufgrund des Preisverfalls bei den Primärrohstoffen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Fraunhofer UMSICHT hat insgesamt neun Handlungsempfehlungen formuliert. "Unsere Handlungsempfehlungen tragen zum mittel- bis langfristigen Kompetenzerhalt und -aufbau sowie zu einer schrittweisen Implementierung einer Recyclingwirtschaft für kritische Rohstoffe bei", so Dr. Mrotzek-Blöß, Gruppenleiterin Stoffstromsysteme Fraunhofer UMSICHT. Eine gesellschaftliche Aufgabe sei zudem, in der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für Fragen des Recyclings zu bilden.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer UMSICHT

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Zum Download der Studie "Recyclingpotenzial Technologiemetalle"