Qualitätsreport Krankenhaus 2004

Zur Qualitätssicherung verpflichtet der Gesetzgeber bestimmte Krankenhäuser, alle zwei Jahre einen Qualitätsbericht zu veröffentlichen. Die Darstellung soll die Art und Anzahl der medizinischen Leistungen ausweisen. Ein 20köpfiges Team der RFH unter Leitung von Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedel analysierte die rund 2.000 Qualitätsberichte 2004. Dabei handelt es sich um die erste vollständige, bundesweite Auswertung aller vorliegenden Qualitätsberichte für das Jahr 2004.

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass auch gebildete und interneterfahrene Patienten kaum in der Lage sind, anhand der online publizierten Qualitätsberichte die verschiedenen Kliniken und ihre Leistungen zu vergleichen, obwohl sich nahezu alle Krankenhäuser an die formalen Vorlagen halten.

Anhand einer Rangliste der wichtigsten Krankenhausleistungen fällt den Autoren auf, dass bei kleineren, aber auch den größeren Krankenhäusern mit differenziertem Leistungsspektrum bis 1.000 Betten, diagnostisch- therapeutische Maßnahmen der Speiseröhren-, Magen oder Zwölffinger- und Dickdarmspiegelung auf den ersten Rängen der häufigsten Eingriffe steht. "Insgesamt wurden in allen QM-berichtpflichtigen Krankhäusern im Jahr 2004 die stolze Zahl von rund 1,9 Millionen derartige Spiegelungen durchgeführt", merkt Professor Riedel an.

Die Bereitschaft, an den systematischen Disease-Management-Programmen (DMP) zur Behandlung chronisch Kranker teilzunehmen ist von der Krankenhausgröße abhängig, stellt die Studie fest. Je größer das Krankenhaus, desto öfter wird eine Behandlung für Patienten nach den Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin angeboten.

Je größer das Krankenhaus, desto weniger Patienten behandeln die einzelnen Ärzte. Werden pro Arzt 215 Patienten in einem kleinen Krankenhaus bis 250 Betten behandelt, so sind es nur 120 Patienten pro Arzt in Kliniken mit mehr als 1.000 Betten. Ob die Unterschiede in der Schwere der Erkrankungen oder personalbedingt sind, konnten die Autoren anhand der abgebildeten Daten nicht feststellen. In diesem Zusammenhang kritisieren die Verfasser, dass die Ärzte- Personaleckdaten 2004 nicht mit der geforderten Differenzierungsmöglichkeit in der Formatvorlage angegeben wurden.

Unterscheidungen nach Fachabteilungen, Dienstarten oder Personalzahlen für das Krankenhaus insgesamt, Vollzeit- und Teilzeitkräften sind nicht erkennbar. Sozialpolitische, ökonomische und medizinische Fehlinterpretationen sind möglich. Im Qualitätsbericht 2006 werden personalbezogene Angaben nur noch in der Summe genannt, so dass für Leser gar kein Bezug zu den Fachabteilungen erkennbar ist. Für den neuen Qualitätsbericht 2008 empfehlen die Autoren, die Personalstärke wieder auf der Basis von Vollzeitkräften in Bezug auf die einzelnen Fachabteilungen einzuführen. Die bloße Gesamtzahl des Personals schaffe weder Transparenz noch Vergleichbarkeit.

Die Ausarbeitung können alle Interessierte als kostenlose Open-Source- Quelle als Download auf der RFH-Homepage www.rfh-koeln.de lesen.

COMPAMED.de; Quelle: Rheinische Fachhochschule Köln