Punktionsnadeln aus faserverstärktem Kunststoff

Schliffbild einer dreilumigen Nadel

Bei minimalinvasiven Operationen stellt für Mediziner die fehlende direkte Sicht auf das Operationsgebiet und die fehlende direkte Kontrolle bei der Positionierung des Instruments ein großes Hindernis dar. Daher kommen Bildgebungsverfahren wie die Magnet-Resonanz- Tomographie (MRT), die Computertomographie und Röntgenverfahren zum Einsatz. Besonders vorteilhaft für den Patienten ist dabei die MRT, denn sie kommt ohne schädigende ionisierende Strahlung aus.

Hier können jedoch keine herkömmlichen metallischen Instrumente eingesetzt werden, da sie das Magnetfeld beeinflussen und im Bild Störungen, so genannte Artefakte, hervorrufen. Die Faserverbundwerkstoffe der neuen Operationsnadel stören das Bild nicht und eignen sich besser für den Einsatz im Tomographen. Die mechanischen Eigenschaften der Nadel sind mit herkömmlichen Instrumenten aus Edelstahl durchaus zu vergleichen.

Neben der Schmerztherapie an der Wirbelsäule lassen sich mit dem neuen Instrument auch weitere Anwendungen wie Gelenksarthrographien oder Zystenpunktionen durchführen, bei denen Weichteilgewebe detailreich dargestellt werden muss. Auch hier ist die MRT das bildgebende Mittel der Wahl.

Ein erster Schritt auf dem Weg zur Serienfertigung der Punktionsnadel war die Entwicklung eines miniaturisierten Pultrusionsverfahrens, um faserverbundtechnische Kapillaren in einem kontinuierlichen Verfahren herzustellen. Um diese zu medizintechnisch zugelassenen Nadeln weiter zu verarbeiten, wurden Technologien zur biokompatiblen Oberflächenbeschichtung, zum Anschliff einer atraumatischen Schneidspitze sowie Fügetechnologien für die Montage der Nadel in standardisierte Adaptermodule entwickelt. Wichtig war es dabei, dass die mechanischen Eigenschaften des Produkts einem vergleichbaren Edelstahlinstrument nahe kommen.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie