Treten bei Prostatakrebs erste Symptome auf, hat sich der Tumor meist schon stark ausgebreitet: Es besteht kaum noch Aussicht auf Heilung. Eine frühe Diagnose kann Leben retten. Doch die Kosten für Routineuntersuchungen sind oft zu hoch und die Empfindlichkeit zu gering. Künftig soll ein neuartiges Gerät die Zahl der Frühdiagnosen von Prostatakrebs erhöhen. Entwickelt wurde das Diagnosegerät am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert.

"Wir verknüpfen zwei verschiedene Bildgebungsmethoden miteinander - die optische Methode und den Ultraschall", sagt Dr. Robert Lemor, Abteilungsleiter am IBMT. "Dazu strahlen wir Laserlicht in das Gewebe. Es erwärmt sich und dehnt sich aus, wobei Druck in Form einer Schallwelle entsteht. Diese Schallwelle breitet sich ähnlich wie Ultraschall im Gewebe aus und wird auch genauso detektiert." So verbinden die Forscher den guten Kontrast vom Licht mit der guten Ortsauflösung vom Schall.

Um die Krebszellen bereits im Anfangsstadium zu detektieren, brauchen die Forscher jedoch einen noch stärkeren Kontrast zwischen Krebszellen und gesunden Zellen. "Das erreichen wir durch Goldpartikel, die nur wenige Nanometer groß sind. Gold absorbiert das infrarote Licht des Lasers sehr viel besser als die Zellen und erscheint daher im Bild heller", sagt Lemor.

An diese Goldpartikel heften die Forscher Antikörper: Sie binden an Proteine, die in Krebszellen mehrere tausend Mal häufiger vorkommen als in gesundem Gewebe. "So reichert sich das Gold gezielt an den Krebszellen an, während in gesunden Zellen kaum Gold zu finden ist", so Lemor.

Das Gold lässt sich nicht nur für diagnostische Zwecke nutzen, sondern auch für die Therapie: Erhöhen die Forscher die Leistung des Lasers und steigern sie die Zeit, die der Laser einwirkt, erwärmt sich das Gold - die entstehende Wärme zerstört die Krebszellen. Das gesunde Gewebe bleibt verschont, denn hier haben sich kaum Goldpartikel angelagert.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft