Produktentwicklung: Rundum versorgt

Interview mit Rainer Landich, CEO, HotSwap Deutschland GmbH

Medizinprodukte entstehen nicht von heute auf morgen. Schon vor klinischen Studien gehen Jahre ins Land, während derer eine Idee vom Entwurf bis zum Prototyp immer weiter voranschreitet. Viele Hersteller, gerade kleine Unternehmen, können das nicht immer alleine schaffen. Umso besser, dass es spezialisierte Beratungsunternehmen für diese Fragestellungen gibt.

21.10.2015

Foto: Rainer Landich

Rainer Landich; ©HotSwap Deutschland GmbH

Im Interview mit COMPAMED.de spricht Rainer Landich darüber, warum Produktentwicklung und -betreuung aus einer Hand so wichtig sind und welche Rolle Schneeschaufel und Spaten dabei spielen.

Herr Landich, warum sollten Medizintechnik-Hersteller auf einen einzigen Dienstleister vertrauen, der ihr Produkt über den gesamten Lebenszyklus begleitet?

Rainer Landich: Die Durchgängigkeit ist wichtig. Es sind, von Phase zu Phase des Lebenszyklus', immer wieder Übergaben notwendig. Wenn sich ein Dienstleister in die Thematik eingearbeitet hat, dann werden aus diesen Schnittstellen eher Nahtstellen. Als Alternative, wenn wir nur phasenweise ein Produkt begleiten, ist eine gute Übergabe wichtig. Dabei ist es aber manchmal schwierig, Wissen "von Kopf zu Kopf" zu transportieren. Insofern ist es für Hersteller gut, wenn ein einziger Dienstleister ihr Produkt betreut. Dieser kann später, falls etwas an dem Produkt geändert werden muss, auch viel leichter tätig werden, weil er den gesamten Hintergrund kennt.
Foto: Mindmap rund um Produktentwicklung

Zur Produktentwicklung gehören viele verschiedene Facetten. Wenn sich ein einzelner Dienstleister darum kümmert, werden hier aus Schnittstellen eher Nahtstellen; ©panthermedia.net/ maigi.com

HotSwap hat als Beratungsunternehmen an vielen verschieden Projekten in der Medizintechnik gearbeitet. Wie erreicht man ein so breites Portfolio?

Landich: Das ist immer eine Frage von Breite und Tiefe. Ich vergleiche das immer mit einer Schneeschaufel und einem Spaten. Wir sind in der Medizintechnik in der gesamten Breite des Feldes tätig. Das ist die Schneeschaufel: Sie ist breit, geht aber nicht tief. Das können wir bewältigen, weil die Medizintechnik auf Regularien und Anwendungen beruht, die für alle gleich sind. Damit kennen wir uns gut aus. Wir kennen aber auch die Prozesse, die mit der Anwendung im Krankenhaus und zuhause verbunden sind und wir kennen die Bedürfnisse des Personals, der Ärzte und der Krankenkassen. Auch das gilt in der gesamten Breite.

Aber in einigen Fragen sind wir natürlich auch tiefer in die Materie eingedrungen, zum Beispiel bei Weich- und Hartimplantaten oder bei Beatmung und Ventilation. Das ist der Spaten: Wir kennen die mit bestimmten Produkten verbundenen, typischen Fragen und können bei jedem Kunden abschätzen: Wie viel Erfahrung haben wir für diesen Auftrag?

HotSwap ist international seit 15 Jahren tätig, in Deutschland seit neun. Warum haben Sie sich entschlossen, in diesem Jahr als Neuaussteller auf die COMPAMED zu kommen?

Landich: Für uns war klar: Wir müssen auf die internationale Messe überhaupt. Ich kenne die MEDICA seit 30 Jahren. Dort bin ich schon als Student hingefahren und war von der Größe und der Bandbreite jedes Mal beeindruckt. Und die COMPAMED hat sich über die Jahre auch etabliert als Marktplatz für die Komponenten-Anbieter und die Dienstleister. Genau dort gehören wir hin.

In den letzten Jahren waren wir immer Mitaussteller auf dem Gemeinschaftsstand von Schleswig-Holstein auf der MEDICA. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal unseren eigenen Stand auf der COMPAMED und das heißt für uns, dass wir jetzt viel sichtbarer sind - auch für potenzielle Neukunden. Deshalb freue ich mich ganz besonders, in diesem Jahr zum ersten Mal auf der COMPAMED zu sein.

Foto: Timo Roth; Copyright: B. Frommann

© B. Frommann

Das Interview wurde geführt von Timo Roth.
COMPAMED.de