Privatisierung hat viele positive Aspekte

Die Versorgungsdichte und die medizinische Qualität werden durch die zunehmende Privatisierung zumindest auf gleichem Niveau gehalten und in einigen Punkten sogar spürbar verbessert. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen und des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) in München. Die beiden Forschungseinrichtungen haben in einer umfangreichen Analyse Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft miteinander verglichen.

In Deutschland hat die Zahl der Krankenhäuser in privater Trägerschaft von 1996 bis 2007 um 41,6 Prozent zugenommen, ihr Marktanteil beträgt heute rund 28 Prozent.

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung könnte darin liegen, dass die privaten Häuser bei mindestens gleicher Qualität im Durchschnitt wirtschaftlicher als die Kliniken in anderer Trägerschaft arbeiten. Ursache hierfür sind vor allem ihre vergleichsweise geringen Sach- und Personalkosten.

Die Patientenversorgung wird dadurch nicht schlechter, im Gegenteil: Um den einzelnen Patienten kümmern sich in Krankenhäusern in privater Trägerschaft durchweg mehr Ärzte und Pflegefachkräfte als in öffentlichen oder freigemeinnützigen Krankenhäusern. Auch die Ausgaben für den medizinischen Bedarf als Anteil der Sachkosten sind in Krankenhäusern in privater Trägerschaft im Vergleich höher. In der Behandlungsqualität lassen sich keine Unterschiede zwischen privaten Kliniken und anderen Trägerformen finden.

Die Ergebnisse der Studie belegen zudem, dass Krankenhäuser in privater Trägerschaft nicht nur weniger staatliche Fördermittel erhielten sondern gleichzeitig beispielsweise im Jahr 2006 rund 150 Millionen Euro Gewinnsteuern an den Staat abführten. Krankenhäuser in anderer Trägerschaft sind indessen weitgehend steuerbefreit.

RWI und IfG erwarten, dass der Kosten- und Wettbewerbsdruck auf dem Krankenhausmarkt in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter steigen wird, wodurch sich der Trend der Klinikprivatisierung weiter fortsetzen dürfte.

COMPAMED.de; Quelle: Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung