Der Nutzen des PSA beim Prostatakarzinom ist mehrfach in Zweifel gezogen worden. Die Messung eines simplen PSA-Anstiegs alleine sagt offenbar zu wenig über den Erfolg einer Behandlung beziehungsweise die Rezidivwahrscheinlichkeit aus. Anders die Verdopplung des PSA-Wertes, die offenbar eine relativ hohe Vorhersagekraft auf diesem Gebiet hat.

Das sagen Wissenschaftler, die mehr als 5.500 Männer in einer Studie versammelten. Alle hatten sich zuvor wegen eines Prostatakarzinoms einer radikalen Prostatektomie unterzogen. Bei 1.521 von ihnen trat danach ein biochemisch nachweisbares Rezidiv auf. Unter jenen 1.064 Patienten, bei denen sich der PSA-Wert verdoppelt hatte, waren 30 Prozent, bei denen sich der PSA-Wert innerhalb eines Jahres verdoppelt hatte. Bei weiteren 34 Prozent verdoppelte sich der PSA-Wert innerhalb eines und 9,9 Jahren. Bei weiteren 36 Prozent dauerte es mehr als zehn Jahre, bis sich der PSA-Wert verdoppelte.

Jene Patienten, bei denen sich der PSA-Wert innerhalb von mindestens einem Jahr verdoppelte, hatten eine signifikant geringere Mortalität und Rezidivrate als Patienten, deren PSA-Wert innerhalb eines Jahres um 100 Prozent zulegte. Am geringsten waren Mortalität und Rezidivrate bei jenen Männern, deren PSA-Wert mindestens ein Jahrzehnt benötigte, um sich zu verdoppeln. In dieser Gruppe traten zudem seltener progressive Metastasen auf.

Anhand der PSA-Verdopplungszeit könnte man also Männer nach radikaler Prostatektomie in Hoch-, Mittel- und Niedrig-Risikopatienten unterteilen und die adjuvante Therapie entsprechend steuern, schreiben die Studienautoren.

Es treten bei Männern mit mittlerem Risiko häufiger lokale Metastasen auf. Auch dies ist ein wichtiger Hinweis für Ärzte: Männer mit mittlerem Risiko profitieren offenbar eher von einer lokalen als einer systemischen Therapie.

COMPAMED.de; Quelle: Mayo Clinic Proceedings 2007, Vol. 82, S. 422-427