PSA-Test bei jungen Männern hat hohe Aussagekraft

Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine in Kalifornien untersuchten Blutproben von jungen Farbigen und Weißen, die im Rahmen der "Child Health and Development Study" zwischen 1959 und 1966 Blutproben abgegeben hatten. Damals waren die Probanden im Durchschnitt 34 Jahre alt. Sie waren die Väter derjenigen Kinder, die man in die damalige Studie eingeschlossen hatte.

Jahrzehntelang verfolgte man dann auch das gesundheitliche Schicksal dieser Männer, insbesondere in Bezug auf das Auftreten von Prostatakarzinomen. Die PSA-Spiegel der Männer wurden in Quartilen eingeteilt. Jene Männer, deren PSA-Spiegel in der höchsten Quartile lag – selbst innerhalb der allgemein anerkannten "normalen" Grenzwerte – haben offenbar ein signifikant höheres Risiko, im späteren Erwachsenenalter an Prostatakrebs zu erkranken als jene Männer, deren PSA-Wert in der niedrigsten Quartile lag. Bei den farbigen Männern war das Risiko 4,4-fach erhöht, bei den weißen 3,5-fach.

Für dieses Ergebnis gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Möglicherweise ist der PSA-Wert bei jungen Männern in Relation zu prämalignen Zellen in der Prostata erhöht. Oder aber: Das PSA selbst erhöht das Risiko eines solchen Karzinoms. Ein dritter Erklärungsversuch bezieht sich auf Entzündungen in der Prostata, die möglicherweise sowohl den PSA-Wert als auch das Risiko eines Prostatakarzinoms in die Höhe treiben.

Natürlich ergibt sich daraus die Frage, ob man bereits bei jungen Männern den PSA-Wert testen sollte. Die Studienautoren geben jedoch zu bedenken, dass nicht bewiesen ist, ob PSA-Tests tatsächlich Leben retten können. Diese Erkrankung sei bei älteren Männern häufig und verursache nur bei wenigen tatsächlich schwere Beschwerden, schreiben sie. Man müsse daher den Wert eines PSA-Screenings gut gegen psychologische Folgen und die Kosten abwägen.

COMPAMED.de; Quelle: Journal of Urology