16.08.2007

Paritec GmbH, Produktion und Logistik

PARI Inhalationsmaske

PARI Inhalations-Kindermaske "Spiggy"
Die Mehrkomponententechnologie im Spritzgießverfahren bietet die Vereinbarkeit von Funktions- und Gebrauchseigenschaften in einem Bauteil mit hohen Anforderungen, wie beispielsweise bei anspruchsvollen Medizinprodukten. Die PARI GmbH - Spezialisten für effektive Inhalation – ist Hersteller von innovativen Vernebelungssystemen und hat die Vorteile der Mehrkomponententechnologie in dem neuen Vernebler PARI LC Sprint bereits angewendet und diesen 2006 erfolgreich im Markt platziert. Um das Produktportfolio zu erneuern war es an der Zeit, eine neue innovative Inhalationsmaske für Kinder und Erwachsene zu entwickeln.
Über eine Inhalationsmaske oder ein Mundstück atmet der Patient das im Vernebler erzeugte Aerosol ein. Als Herzstück eines Inhalationsgerätes zerstäuben Vernebler das dort eingefüllte Medikament in feinste Aerosoltröpfchen. Die zum Vernebeln benötigte Druckluft wird in einem Kompressor erzeugt und mittels eines Schlauchs dem Vernebler zugeführt.
Die neue Maske sollte eine Verbesserung gegenüber bisherigen Inhalationsmasken aufweisen. Das Ziel des Projektes war der Ersatz der bestehenden PP und PVC Masken. Zum einen passen sich PP Masken durch das harte Material nicht den unterschiedlichen Gesichtsformen optimal an, dadurch könnte Aerosol während der Inhalationstherapie entweichen. Zum anderen hat das Material PVC ein zunehmendes schlechteres Image in der Medizintechnik aufgrund der enthaltenen Weichmacher. Für Patienten, vor allem für kleine Kinder ist es wichtig, dass die Inhalationsmaske weich und angenehm auf der Haut aufliegt. Um Kinder besser zum Inhalieren animieren zu können, ist ein ansprechendes Design ebenfalls wichtig.
Es galt einen weichen Rand an der Maske zu realisieren und gleichzeitig an der Aussparung für den Nasenrücken eine zweite hauchdünne Innendichtlippe anzuspritzen. Damit ist gewährleistet, dass sich die Maske den unterschiedlichen Gesichtsgeometrien gut anpassen kann und während der Inhalationstherapie kein Aerosol entweicht, besonders nicht im Augenbereich. Diese doppelte Dichtlippe ist bisher einzigartig bei den PARI Inhalationsmasken, sie bietet neben der Dichtigkeit für jeden Patienten eine optimale Passform. Um die Inhalation für den Patienten noch effektiver zu gestalten, konnte durch den Einsatz der 2-Komponententechnik zusätzlich eine Ventilfunktion in der Inhalationsmaske realisiert werden.
Beim Material wurden PP als Hartkomponente und TPE als Weichkomponente ausgewählt, die zum einen die Anforderungen an die Biokompatibilität gewährleisten, zum anderen autoklavierbar sind.
Die neuen Inhalationsmasken sind in drei Variationen erhältlich: „Spiggy“ und „Starfish“ speziell für Kinder und „Soft“ für Erwachsene. Seit wenigen Wochen werden die neuen Inhalationsmasken erfolgreich bei PARItec, Systemlieferant in der Medizintechnik, im Werk Weilheim vollautomatisch in Serie produziert. Der Vorspritzling aus PP wird aus der ersten Station mit einem Handling in die zweite Kavität umgelegt. Anschließend entnimmt das Handling die Fertigspritzteile und legt die drei Maskentypen sortiert ab. Zusätzlich wird mittels einer Greiferhand das Ventilplättchen in die Innenseite der Maske geschoben und verpackungsgerecht positioniert.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch den Einsatz der Mehrkomponententechnik können die Masken mit verbesserten Gebrauchseigenschaften (umlaufende Dichtlippe, doppelte Dichtlippe, Ventilfunktion) in einem Schritt gefertigt werden. Dies konnte erst durch das TPE Compound in Verbindung mit den guten Haftungseigenschaften auf PP realisiert werden.
Für diese neu gestalteten Masken wurde PARI erst kürzlich mit dem anerkannten Design Award „Red Dot“ für Kreativität, innovatives Schaffen und hohe Qualität ausgezeichnet.