Optische Kontrolle magnetischer Effekte

Über Plasmonen – elektronische Anregungen in Metallen mit Abmessungen im Nanobereich – ist während der letzten Jahre ein neuer Weg eröffnet worden, Licht auf Nanometerskalen zu konzentrieren. Damit könnten plasmonische Schaltkreise gebaut werden, die auf diesen Größenskalen neben einer elektrischen auch eine optische Kontrolle zulassen. Es wäre ideal, wenn eine solche optische Kontrolle auch für die auf Festplatten gespeicherte Information möglich wäre.

Auf diese Weise könnten bisher nicht mögliche Schreib- und Auslesefrequenzen bis hinauf zu einer Billion Operationen pro Sekunde erreicht werden. Dazu müsste es möglich sein, die magnetischen Speicherelemente auf solchen Festplatten mit Abmessungen im Nanometerbereich optisch zu schalten. Auch hier könnte die magnetooptische Anregung von Plasmonen ausgenutzt werden. Physikern der TU Dortmund um Doktor Ilya Akimov ist es jetzt in Zusammenarbeit mit Kollegen erstmals gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, in dem Magnetooptik und Plasmonik zusammengeführt werden können. Die im Labor des Lehrstuhls für Experimentelle Physik II realisierten Effekte sind bereits so vielversprechend, dass ihr Einsatz in elektronischen Bauelementen in nicht allzu ferner Zukunft möglich sein sollte.

Auf Vorschlag von Doktor Vladimir Belotelov und seinen Kollegen von der Moscow State University wurden am Tata-Institute of Fundamental Research im indischen Mumbai Proben hergestellt, bei denen auf einem für rotes Licht durchlässigem ferromagnetischen Material (Wismut-Eisen-Granat) ein Goldfilm aufgebracht wurde. In den Goldfilm wurden im Abstand von einem halben Mikrometer 100 Nanometer breite Gräben eingebracht. Dadurch wird der Goldfilm, der ohne diese Gräben lichtundurchlässig wäre, in hohem Maße transparent für rotes Licht. Mehr noch, die Durchlässigkeit von Licht durch dieses Schichtfolge kann abhängig von der Magnetisierung im Ferromagneten drastisch geändert werden, bis zu tausendmal mehr als bisher erreicht, wie die entsprechenden Untersuchungen gezeigt haben. Weitere Verbesserungen sollten durch Optimierung der verwendeten Proben leicht möglich sein.


COMPAMED.de; Quelle: Technische Universität Dortmund