Offene Entwicklungsplattform für Elektronik

04.02.2015
Foto: Forscher entwickeln Elektronik am Computer

Elektronikentwicklung benötigt Kooperation entlang der Wertschöpfungskette; ©edacentrum

Das edacentrum-Vorhaben "Elektronik, Design und Anwendungen – Anwendungsorientierte Projekt-Plattform" (EDA-APP) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über 3,5 Jahre mit insgesamt 780.000 Euro gefördert.

Das Projekt ist zum 1. August 2014 angelaufen und ist Teil des BMBF-Forschungsprogramms "IKT 2020 - Forschung für Innovationen", das Deutschlands Spitzenstellung in der Elektronik weiter ausbauen soll. EDA-APP strebt an, mit Hilfe enger Kooperationen und geeigneten Methoden und Werkzeugen eine signifikante Innovationsbeschleunigung für (Mikro-) Elektronikanwendungen der Zukunft zu ermöglichen.

Deutsche Firmen werden sich deshalb in den nächsten Jahren im Umfang von mehreren Millionen Euro in komplexen und aufwendigen Projekten bei EDA-APP engagieren, um gemeinsam mit Forschungspartnern diese Projekt-Plattform zu konstruieren und darauf aufbauend eine neue Qualität der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette auf den Weg zu bringen. Dies ist notwendig geworden, weil die Eigenschaften des Produkts immer öfter von den Möglichkeiten und der Leistungsfähigkeit der verbauten Elektronik abhängen. Um diese voll ausreizen zu können, müssen Produkt, elektronisches System und Halbleiterkomponente schon bei der Entwicklung sehr eng aufeinander abgestimmt werden.

Als Plattform für diese firmenübergreifende Zusammenarbeit wird eine neue technische Infrastruktur in Form von durchgängiger Methodik, von Programmen, Schnittstellen und Standards benötigt. Dazu wird, angestoßen durch EDA-APP, systematisch zu erfassendes Entwurfswissen entlang kompletter Wertschöpfungsketten mit einer Reihe von computerbasierten Entwicklungswerkzeugen verknüpft. Das so entstehende durchgängige Entwurfssystem sorgt system- und firmenübergreifend für einen effizienten und vollständigen Informationsaustausch sowie die schrittweise Absicherung eines unter Umständen sogar parallelisierten Entwurfsverlaufs.

So fördert es die Entstehung zuverlässiger, innovativer Produkte. Das edacentrum entwickelt im Rahmen des Projektes EDA-APP Konzepte und Strategien zur Verbesserung der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, organisiert die umfangreichen Arbeiten zur Schaffung der genannten Infrastruktur und unterstützt die erforderlichen Gestaltungsprojekte auch unter Einbeziehung von europäischen Aktivitäten.

Das edacentrum übernimmt in EDA-APP die Rolle eines koordinierenden und unterstützenden Zentrums, das sowohl für die Halbleiter- als auch für die Anwenderindustrie den Aufbau eines umfassenden "ECO-Systems" für anwendungsorientiertes Systemdesign begleitet. Dazu wird es sich zum Zentrum für EDA im Sinne von "Electronics, Design and Applications" ("Elektronik, Design und Anwendungen") weiterentwickeln.

Das edacentrum ist eine unabhängige Institution zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Electronic Design Automation (EDA). Es wurde von führenden deutschen Mikroelektronik-Unternehmen gegründet und während seiner Aufbauphase vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das edacentrum initiiert, qualifiziert und begleitet industriegeführte und vom BMBF geförderte EDA-F&E-Projekte und bietet ein umfangreiches Spektrum an Dienstleistungen wie zum Beispiel Projektmanagement für F&E-Projekte an. Weiterhin organisiert es die Bündelung vorhandener EDA-Kompetenz an deutschen Forschungseinrichtungen im Rahmen von EDA-Clusterforschungsprojekten und bietet der EDA-Community ein umfassendes Netzwerk mit vielfältigen Kommunikationsplattformen.

COMPAMED.de; Quelle: Edacentrum