Nur winzige Metall-Spuren im Körper


Wie Forscher der Universitätsklinik Heidelberg feststellten, steigt die Konzentration von Metall-Ionen im Blut in den ersten sechs Monaten nach der Implantation nur in sehr geringem Umfang an. Danach verändert sie sich kaum noch.

Rund 180.000 Menschen in Deutschland erhalten jährlich ein neues Hüftgelenk. Metallhaltige Prothesen sind zwar in der Minderheit, aber ihre Verwendung nimmt zu: Gerade jüngere und aktive Patienten stellen hohe Ansprüche an Lebensdauer und Belastbarkeit der Prothesen. Moderne Gleitpaarungen (Hüftkopf und -pfanne) aus Metalllegierungen sollen diesen Ansprüchen genügen.

Kritisch bei den Metall-Prothesen ist die Einlaufphase in der ersten Zeit nach der Implantation: In dieser Zeit reiben sich Gelenkkopf und Gelenkpfanne aus Metall aneinander; es lösen sich Abriebpartikel und Metall-Ionen. "Der Abrieb ist so gering, dass es mit gängigen Messmethoden nicht möglich war, die Metallpartikel und Ionen im Blut der Patienten zu bestimmen", erklärt Dr. Jan Philippe Kretzer, Technischer Leiter des Biomechanik-Labors in der Orthopädischen Universitätsklinik. Diese Information ist aber wichtig, will man gesundheitliche Risiken durch die freigesetzten Metallpartikel abschätzen. Solche Partikel können zu Allergien oder toxischen Reaktionen führen.

Mit einem hochauflösenden Messverfahren hat Privatdozent Dr. Christian Heisel die Konzentration von Metall- Ionen aus Hüftgelenksprothesen im Blut der Träger bestimmt und parallel das Abriebsverhalten der Prothesen im Biomechanik-Labor im Detail erfasst.

Die Messungen ergaben für Chrom und Kobalt Höchstwerte von rund drei Mikrogramm Ionen pro Liter Blut, das sind drei Hunderttausendstel eines Gramms. Zum Vergleich: Die deutsche Trinkwasserverordnung erlaubt bis zu 50 Mikrogramm Chrom pro Liter Wasser. "Die Konzentrationen der Chrom- und Kobalt-Ionen im Blut der Probanden sind sehr niedrig. Wir schätzen sie daher als unkritisch ein", erklärt Dr. Heisel.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinik Heidelberg