Niere über natürliche Körperöffnung entfernt

Doktor Gralf Popken, Chefarzt der Klinik für Urologie des Helios Klinikums Berlin-Buch nutzte eine vorhandene Narbe in der Nähe des Bauchnabels der Patientin als Zugang. Über einen kleinen Schnitt von fünf Millimetern schob er eine Kamera in den Bauchraum. Für die zur Entfernung der Niere notwendigen Spezialinstrumente wählte der Chirurg die Vagina als Zugang zum Bauchraum. Dazu musste lediglich die dünne Schleimhaut an der tiefsten Stelle der Bauchhöhle unter der Gebärmutter durchbrochen werden.

Über das Innere der Scheide wurden zunächst sogenannte Trokare in den Bauchraum geschoben. Durch diese Metallhülsen gelangten die Operationsinstrumente und eine zweite Kamera bis zur Niere. Die Kamera überträgt ein vergrößertes Bild auf einen externen Monitor. Die Chirurgen verfügten während des sechsstündigen Eingriffs über ein gut sichtbares Operationsfeld im Körper.

Beim klassischen Operationsverfahren zur Entfernung der Niere ist ein Bauchschnitt von 15 bis 20 Zentimetern notwendig. Dabei werden Muskeln, kleine Nervenstränge und Gefäße zwangsläufig durchtrennt. "Durch den Zugang über eine natürliche Körperöffnung blieb der Patientin eine größere Bauchnarbe erspart, die Wundheilung erfolgte daher viel schneller und mit weniger Schmerzen", hebt Urologie Popken die medizinischen Vorteile des neuen Verfahrens hervor. "Nach der Entfernung der Niere durch die Scheide haben wir den Zugang im Douglas problemlos und von außen unsichtbar vernäht", berichtet Popken.

"Die Entfernung der Gallenblase durch die Vagina war der Anfang, die Entfernung der Niere insbesondere bei bösartigen Tumoren ist ein weiterer Meilenstein in Richtung NOS“, meint Popken. NOS heißt übersetzt "Endoskopische Operationen über natürliche Körperöffnungen."

COMPAMED.de; Quelle: Helios Research Center GmbH