Neues gegen Bluthochdruck


Durch diesen relativ kurzen und einfachen Eingriff kann mit einer schnellen Normalisierung des Blutdrucks gerechnet werden. Der Eingriff erfolgt bei beiden Nieren jeweils über die Nierenarterie.

Im Rahmen der Studie wurden bisher weltweit 105 Patienten behandelt, am Universitätsklinikum des Saarlandes waren es bisher drei Patienten. Der Kathetereingriff dauert 30 bis 60 Minuten. Ziel ist es, den Blutdruck nachhaltig zu senken und die Medikamenteneinnahme langfristig zu reduzieren, da die Betroffenen bisher häufig bis zu fünf verschiedene Präparate täglich ohne signifikanten Erfolg einnehmen müssen.

In Frage kommen Patienten mit einem Blutdruck über 160 mmHg (bzw. einem Blutdruck von über 150 mmHg mit Diabetes mellitus Typ 2) bei denen sich trotz Einsatzes dreifach blutdrucksenkender Therapien keine Besserung erzielen lässt. Das Alter der Patienten spielt keine Rolle. Ausgeschlossen sind Patienten mit einer Verengung der Nierenarterie.

Hoher Blutdruck ist die Volkskrankheit schlechthin und häufigste Todesursache in Deutschland. Viele Betroffene kennen ihr erhöhtes Risiko nicht und kommen oft erst dann zum Niedergelassenen oder ins Krankenhaus, wenn schon Gesundheitsschäden bestehen. "Nur 50 Prozent der Bluthochdruckfälle werden entdeckt und nur 20 Prozent davon werden adäquat behandelt", schätzt Professor Michael Böhm vom Universitätsklinikum des Saarlandes die Situation aktuell ein. Ein Blutdruck von 120/80 mmHg ist ideal.

Durch Zufall wurde festgestellt, dass diese Methode sich auch positiv auf Stoffwechselstörungen wie Diabetes Mellitus auswirken kann. Somit hofft man in Zukunft eine neue Behandlungsmöglichkeit bei Herzinsuffizienz, Diabetes Mellitus oder Niereninsuffizienz gefunden zu haben. Das Verfahren wird seit 18 Monaten praktiziert, daher gibt es noch keine Langzeitwerte.

COMPAMED.de; Quelle: Universität des Saarlandes