Neues aus den Hexenküchen: Materialwissenschaftlerinnen tagen im Harz

15.04.2015
Grafik: Hexenkessel auf Feuerstelle

Das Motto der Veranstaltung ist sicherlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen; © panthermedia.net/ James Steidl

Bereits zum siebten Mal treffen sich am 29. und 30. April herausragende Wissenschaftlerinnen aus Chemie und Physik in der Waschkaue des Weltkulturerbes Rammelsberg nahe Goslar zur Tagung „Aus den Hexenküchen der Materialwissenschaften“.

In diesem Jahr, dem Internationalen Jahr des Lichts, liegt ein besonderer Fokus auf lichtbezogenen Themen. Organisator ist das Center of Interface Science, das durch die Universitäten Oldenburg, Osnabrück und Bremen gebildet wurde. Mitgetragen wird die Veranstaltung vom Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie (DBG) sowie dem Sonderforschungsbereich „Structure and Dynamics of Internal Interfaces“ und dem Landesgraduiertenkolleg Nano-Energie-forschung.

Nach Grußworten von Professor Dr. Katharina Al-Shamery, Universität Oldenburg, und der Bürgermeisterin der Stadt Goslar, Renate Luksch, beginnt das wissenschaftliche Programm am 30. April mit einem Vortrag von Professor Dr. Stacey F. Bent, Stanford University, USA. Mit ihren Forschungsarbeiten will sie dazu beitragen, eine der großen gegenwärtigen Herausforderungen, den weltweit wachsenden Energiebedarf, zu meistern. Im Fokus ihrer Arbeiten steht die Forschung an Solarzellen der nächsten Generation, in denen nanoskalige Materialien zum Einsatz kommen. Insbesondere – und darauf geht sie in ihrem Vortrag ein – interessieren sie die Prozesse an den Grenzflächen zwischen den verwendeten Materialien; denn diese Prozesse können die Effizienz der Sonnenenergieumwandlung in elektrischen Strom erheblich beeinflussen.

Weitere lichtbezogenen Themen präsentieren Dr. Katharina Broch vom Cavendish Laboratory, Cambridge (GB), in ihrem Vortrag über Struktur-Eigenschafts-Beziehungen organischer Halbleiter, die in optoelektrischen Bauteilen Anwendung finden könnten, und Dr. Julia Stähler vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, die fragt, was vor der Lichtemission (z.B. in LEDs) geschieht. Dr. Petra Groß, Universität Oldenburg, befasst sich mit ultraschnellen Prozessen, beispielsweise in Materialien für die artifizielle Photosynthese und bei der Photosynthese selbst.

Die Tagung „Aus den Hexenküchen der Materialwissenschaft“ unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von den meisten anderen wissenschaftlichen Konferenzen: Es tragen ausschließlich Forscherinnen vor. Als Gäste sind aber natürlich alle Wissenschaftler willkommen, um gemeinsam über aktuelle Entwicklungen in den Materialwissenschaften zu diskutieren. Auch an die Vereinbarkeit von Familie und Forschung wurde gedacht: Am 30. April öffnet die Museumsmine ihre Tore für den Forschernachwuchs, der dort kompetent betreut wird.

COMPAMED.de; Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Mehr über die Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. unter: www.gdch.de/