Foto: Wirbelkörper in Röntgenbild
Der Wirbelkörper wird nach der
Bestrahlung mit Knochenzement
aufgefüllt; © Uni Mannheim

Es handelt sich um ein kombiniertes Verfahren, bei dem die Knochenmetastasen durch einen minimal invasiven Zugang zunächst intraoperativ bestrahlt werden und anschließend der Wirbelkörper über denselben Zugangsweg mittels der so genannten Kyphoplastie stabilisiert wird. Die Kyphoplastie ist eine neue operative Therapie bei schmerzhaften Brüchen der Wirbelkörper.

Am Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum ist es unter Mitwirkung der Klinik für Strahlentherapie erstmals gelungen, die Bestrahlung eines Tumor-befallenen Wirbelkörpers minimal invasiv - durch einen Schnitt von weniger als einem Zentimeter - direkt im Wirbelkörper durchzuführen und diesen gleichzeitig durch Knochenzement zu stabilisieren.

Der Therapieansatz basiert auf den umfangreichen und guten Erfahrungen der Mannheimer Strahlenklinik mit der Intraoperativen Strahlentherapie (IORT) der Brust, die hier bereits seit Jahren in enger Kooperation mit der Universitäts-Frauenklinik konsequent und erfolgreich angewendet wird - mit einer verkürzten Strahlenbehandlung und niedrigeren Rückfallraten. Darüber hinaus wird hier eine große Studie zur IORT der Brust koordiniert, an der sich in Deutschland neun und weltweit 24 Zentren beteiligen.

Bei der IORT sowohl der Brust als auch zur Behandlung von Wirbelsäulen-Metastasen wird die Strahlung mithilfe eines mobilen Bestrahlungsgerätes mit hoher Präzision appliziert. Trotz des Einsatzes einer relativ hohen Strahlendosis wird dabei das umgebende gesunde Gewebe geschont.

Das neue Behandlungsverfahren für Wirbelsäulen-Metastasen kann derzeit nur im Rahmen einer klinischen Studie angewendet werden. Profitieren könnten von dieser Therapie Patienten mit einzelnen Knochenmetastasen in Wirbelkörpern, die schmerzhaft sind oder von ihrer Größe her das Rückenmark zu erreichen drohen. Bei etwa 30 Prozent aller an Wirbelsäulenmetastasen erkrankten Patienten würde sich eine Kyphoplastie in Kombination mit einer IORT anbieten, sagen die Forscher.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsmedizin Mannheim