Neues Verfahren erkennt „gute“ Eizellen


Nicht alle Eizellen haben dieselbe Qualität. Mit einem speziellen Verfahren können die Forscher die geeignetsten Kandidaten aussuchen. "Wir betrachten dazu die Eihülle unter dem Polarisationsmikroskop", erläutert Dr. Markus Montag von der Universität Bonn. "Sie erscheint dort als leuchtend orange-roter Ring. Je heller dieser Ring ist und je gleichmäßiger er leuchtet, desto höher die Chance, dass daraus ein Kind entsteht." Der Grund: Die Eihülle scheint immer dann eine besonders gleichmäßige Struktur zu haben, wenn die Zelle bei ihrer Reifung gute Bedingungen angetroffen hat.

In einer Studie mit 124 Frauen setzten Mediziner "gute" Eizellen in die Gebärmutter zurück, und die Quote stieg über 50 Prozent. Bei einer "guten" und einer "schlechten" Eizelle lag die Erfolgsrate immer noch bei 40 Prozent, bei zwei "schlechten" nur bei 20 Prozent. "Allerdings sind 'gute' Eizellen rar", betont der Reproduktionsbiologe. "Nur bei zwei von zehn Zellen ist die Eihülle kräftig und gleichmäßig orange gefärbt."

Eine ICSI ist für viele Paare der letzte Versuch, doch noch ein Kind zu bekommen. Aus dem Hodengewebe können die Ärzte meist noch einzelne funktionstüchtige Spermien gewinnen, die sie dann in die Eizelle einspritzen. Die Partnerin muss vor einer ICSI Hormonpräparate zu sich nehmen, damit mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen.

Das deutsche Embryonenschutzgesetz erlaubt es, maximal drei befruchtete Eizellen pro Versuch zu implantieren. "Wir beschränken uns sogar nur auf zwei, um die Geburt von Drillingen auszuschließen", erklärt Montag. Bei Mehrlingsschwangerschaften erhöht sich das Risiko für Aborte und Fehlbildungen.

COMPAMED.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn