Neues Hämoglobin-Messgerät mit Vorteilen für Blutspende und Notfälle

07.04.2015
Foto: Hämoglobin-Messgerät mit Dr. Ulrich Timm

Dr. Ulrich Timm stellt das neu entwickelte Hämoglobin-Messgerät auf den Wiener Bluttagen vor; © Edeltraud Altrichter/Uni Rostock

Der Rostocker Forscher Dr. Ulrich Timm vom Lehrstuhl Technische Elektronik und Sensorik am Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Universität Rostock stellt bei den diesjährigen "Wiener Bluttagen", die vom 9. bis 11. April stattfinden, das neu entwickelte Hämoglobin-Messgerät "OxyTrue Hb" vor. Diese technische Innovation wurde an der Universität Rostock gemeinsam mit dem Industriepartner bluepoint Medical aus Selmsdorf speziell für den Einsatz in der Blutspende entwickelt.

In einem ambitionierten Verbundforschungsvorhaben mit einem Projektvolumen von 2,2 Millionen Euro, das durch das Land MV und die Europäische Union gefördert wurde, sind das Know-how des Instituts und der Mecklenburger Medizintechnikfirma konzentriert.
Mit diesem Gerät können der Hämoglobinwert, Sauerstoffsättigung und zukünftig auch die Methämoglobinkonzentration (MetHb) ohne Piks ermittelt und die Tauglichkeit für die Blutspende festgestellt werden. Prototypen mit dem Parameter MetHb sollen in den nächsten Wochen in den Test gehen.

"Die zusätzliche Erkennung von erhöhten Methämoglobinwerten schon während der Überprüfung ist für eine verbesserte Qualitätssicherung und Erhöhung der Sicherheit von Blutkonserven für den Empfänger wichtig", sagt der studierte Elektrotechniker Ulrich Timm, der in Irland mit dem Thema Hämoglobin promoviert hat.
Mit dem neuen Gerät heißt es nun: Finger in den Sensor und warten. Nach etwa 40 Sekunden sind die Hämoglobinwerte ermittelt und können unmittelbar vom Display abgelesen werden. Ein Glücksfall auch für die Notfallmedizin und den Blutspendedienst. Für das Gerät aus Mecklenburg-Vorpommern gibt es bereits Anfragen von internationalen Blutspendediensten.

Der Rostocker Lehrstuhl Technische Elektronik und Sensorik ist international bekannt für seine Forschungen und Entwicklungen zum Einsatz hochkomplexer Sensorsysteme in der Bio-Medizin, Hydrologie, Meteorologie und Geologie. In Kooperation mit Industrieunternehmen werden neuartige Geräte zur Produktionsreife geführt. Grundlage dafür sind unter anderem erfolgreiche interdisziplinäre Wissenschafts- und Wirtschaftskooperationen.

COMPAMED.de; Quelle: Universität Rostock

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