Neues Elektronenmikroskop

Mit der Anschaffung eines neuen Kryo-Elektronenmikroskops durch das Forschungszentrum caesar haben die Wissenschaftler nun die besten Voraussetzungen. Das hochwertige Mikroskop wird von Doktor Stephan Irsen bei caesar betrieben.

Al-Amoudi erforscht, wie sich Kontakte zwischen Nervenzellen - die sogenannten Synapsen - in neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson strukturell verändern. Über die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen hinaus untersucht die Arbeitsgruppe gemeinsam mit Professor U. Benjamin Kaupp am Forschungszentrum, wie sich Sehzellen der Netzhaut in gesundem und erkranktem Zustand an verschiedene Lichtbedingungen anpassen.

Ein Elektronenmikroskop besitzt eine wesentlich höhere Auflösung als ein Lichtmikroskop – es kann Zellstrukturen im Nanometerbereich abbilden. Die Kryo-Elektronenmikroskopie erlaubt es, Zellen unter möglichst natürlichen Bedingungen zu untersuchen: Die Proben werden so schnell eingefroren, dass sich keine gewebezerstörenden Eiskristalle bilden.

Al-Amoudi hat wesentlich dazu beigetragen, die Technik der Kryo-Elektronenmikroskopie weiter zu entwickeln: "Um gefrorene Gewebeabschnitte mit hoher Auflösung analysieren zu können, werden die Proben bei niedrigen Temperaturen in sehr dünne Scheiben von 50-100 nm geschnitten und mithilfe der Elektronen­tomo­gra­fie im Mikroskop analysiert", erklärt er. "Die Proben werden in kleinen Schritten gedreht und Aufnahmen aus verschiedenen Blickrichtungen genommen. Aus diesen Bildern lässt sich ein dreidimensionales Bild von Proteinkomplexen in einer Zelle mit einer Genauigkeit von wenigen Nanometern erzeugen."

Das neue Mikroskop Titan KRIOS FEI ist programmierbar und kann ferngesteuert werden; dadurch reduziert sich der hohe Zeitaufwand bei den Aufnahmen erheblich. Irsen erläutert: „Unser Gerät ist mit einer neuartigen Kamera ausgestattet. Diese ist mehr als dreimal so empfindlich wie übliche Detektoren. Außerdem verfügt das KRIOS über einen sogenannten Cs-Korrektor, der Linsenfehler des Mikroskops reduziert. Dadurch wird die Qualität der aufgenommenen Bilder deutlich verbessert.“


COMPAMED.de; Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)