Neues Bildgebungsverfahren erlaubt genauere Prognose bei MS

Die Zunahme des Ventrikelvolumens geht einher mit der für MS typischen Schrumpfung der Hirnmasse (Hirnatrophie). Bereits im Frühstadium der Krankheit lassen sich mit MRT-Bildern Veränderungen im Gehirn messen und damit der weitere Krankheitsverlauf genauer beobachten und bewerten.

Die Zahl der MS-Patienten in Deutschland wird derzeit auf ca. 120.000 geschätzt. Die Krankheit ist nicht heilbar, die Ursache noch nicht genau geklärt. Für die Patienten besonders belastend ist der bisher ungewisse und nur schwer vorhersehbare Verlauf. Bei der MS treten im Gehirn und im Rückenmark verstreut Entzündungen auf, die vermutlich durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Ummantelung der Nervenzellen (Myelin) verursacht werden. Außerdem kommt es aus verschiedenen Gründen zu einer Schädigung der Nervenfasern (Axone).

Untersuchungen mit modernen bildgebenden Verfahren ergaben in den letzten Jahren, dass die Beeinträchtigung der Axone der wesentliche Faktor bei der Entwicklung bleibender Behinderungen ist. Die Schädigungen treten nicht nur in chronischen Verlaufsformen oder späten Stadien der MS auf, sondern schon sehr frühzeitig.

Doktor Carsten Lukas, Leiter der Arbeitsgruppe MR Bildanalyse am St. Josef-Hospital, Klinikum der RUB, hat gemeinsam mit Kollegen vom MS Center der Freien Universität Amsterdam 54 MS-Patienten im Frühstadium über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Die Zunahme des Ventrikelvolumens (Aufweitung der inneren Liquorräume) zu messen und über den Beobachtungszeitraum zu vergleichen, erwies sich als „überlegen gegenüber den bisherigen Methoden", so Lukas. „Das Verfahren ist geeignet, um eine Prognose der zukünftigen Behinderung durch die Erkrankung abzugeben."

Bereits im Frühstadium der MS lassen sich geringe krankheitsbedingte Veränderungen im Gehirn anhand von MRT-Bildern nachweisen. Damit seien gute Voraussetzungen für die genaue Beobachtung und Bewertung des weiteren Krankheitsverlaufs gegeben, sagt der Facharzt für Neurologie und Radiologie im Klinikum der RUB. „Auch bei zukünftigen Therapiestudien ist das Verfahren ein vielversprechender prognostischer Ansatz."

COMPAMED.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum