Neuer Grenzwert für Feinstaub am Arbeitsplatz

Die von der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorgelegte MAK- und BAT-Werte-Liste 2011 schlägt aufgrund aktueller Studien eine Absenkung des Allgemeinen Staubgrenzwertes für die alveolengängige Fraktion vor und stuft bei Überschreitung dieses Grenzwertes solche Stäube als krebserzeugend ein. Außerdem liegen nun Einordnungen für Uran und seine anorganischen Verbindungen vor.

Die aktuelle Liste, die wie in jedem Jahr der Bundesministerin für Arbeit und Soziales übergeben wurde und die Grundlage für die Gesetzgebung zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist, enthält neue Daten zu insgesamt 82 Stoffen. Jeder Zuordnung liegen wie für alle Stoffe der Liste eine ausführliche wissenschaftliche Begründung und transparente Entscheidungsprozesse zugrunde.

Für die alveolengängige Fraktion des Allgemeinen Staubgrenzwerts legte die Kommission nicht nur einen neuen MAK-Wert von 0,3 mg/m3 (für die sogenannte A-Fraktion) fest, sondern stufte diese sogenannten Granulären Biobeständigen Stäube (GBS), die beim Einatmen tief in die Lunge eindringen, auch in die Kanzerogenitätskategorie 4 ein. Diese kennzeichnet krebserzeugende Stoffe, die bei Einhaltung des jeweiligen MAK-Wertes das Krebsrisiko des Menschen nicht erhöhen.

In diese Kategorie fielen 2011 beispielsweise auch Amitrol und Ethylbenzol. In die Verdachtskategorie 3B – Stoffe, für die Anhaltspunkte auf eine krebserzeugende Wirkung vorliegen, aber die Datenlage noch nicht klar genug für eine weitere Einordnung ist – ordnete die Kommission unter anderem den sogenannten Portlandzement sowie mit Wasserstoff behandelte leichte Erdöldestillate ein.

MAK-Werte geben an, wie viel eines Stoffes als Gas, Dampf oder Aerosol in der Luft am Arbeitsplatz langfristig keinen Schaden verursacht. Zusätzlich führt die Liste auf, ob Arbeitsstoffe Krebs erzeugen, Keimzellen oder in der Schwangerschaft das Kind schädigen, Haut oder Atemwege sensibilisieren oder über die Haut aufgenommen werden. Neben den MAK-Werten weist die Liste auch die Konzentration eines Stoffes im Körper aus, der ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen (BAT-Werte).


COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)