Foto: Patient beim Blutabnehmen
In der Charité wird der Bluttest
routinemäßig eingesetzt;
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Präeklampsie, umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, zählt heute zu den Hauptursachen für Komplikationen während der zweiten Schwangerschaftshälfte. Bei fünf bis sieben Prozent aller Schwangerschaften tritt diese Erkrankung auf. Typische Merkmale sind Bluthochdruck und eine erhöhte Ausscheidung von Eiweiß im Urin.

Besonders betroffen sind Erst- und Mehrlingsschwangere sowie Frauen über 35 Jahre, mit Adipositas, bereits erhöhtem Blutdruck oder Diabetes. Die Erkrankung kann mild verlaufen, jedoch im schlimmsten Fall bis zum Tod von Mutter und Kind führen. Zur Gefahr wird die Schwangerschaftsvergiftung dann, wenn es zu Krampfanfällen kommt und das Kind vorzeitig geboren werden muss.

Untersucht wurden insgesamt 351 schwangere Frauen. Davon hatten 280 eine normale Schwangerschaft, 71 waren an Präeklampsie erkrankt. War im Blut das Verhältnis der in der Plazenta produzierten Botenstoffe sFlt-1 und PIGF zueinander verändert, wies dies klar auf eine Schwangerschaftsvergiftung hin. "Das Verfahren war bisher nur im Forschungslabor verfügbar, wir können es jetzt routinemäßig einsetzen", sagt Doktor Stefan Verlohren, Klinik für Geburtsmedizin an der Charité.

Die neue Messung stellt ein zusätzliches Hilfsmittel für die Diagnose der Schwangerschaftsvergiftung dar. "Der im Kreißsaal tätige Arzt kann eine Schwangere mit Anzeichen für Präeklampsie schnell und unkompliziert testen", sagt Verlohren. "In Zukunft wird der Test eine zuverlässige Früherkennung der Präeklampsie ermöglichen."

Im Klinikalltag an der Charité wird dieser Bluttest bei Risikoschwangerschaften jetzt bereits angewendet. Bestätigt sich der Krankheitsverdacht, folgt eine intensive Überwachung von Mutter und Kind.

COMPAMED.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin