Neue Technik in der Parasitenforschung


Wissenschaftler des Hygieneinstituts am Universitätsklinikum
Heidelberg haben die neue Technik erstmals erfolgreich an Parasiten angewandt, mit der sich Eiweißstoffe des Krankheitserregers gezielt und flexibel auf- und abbauen lassen. Mit Hilfe dieser bahnbrechenden Methode können Forscher innerhalb weniger Wochen zeigen, welche Funktion ein Protein im Lebenszyklus von Parasiten einnimmt. Die neue Technik beantwortet somit grundlegende Fragen der Parasitenforschung.

Die Wissenschaftler können aber auch Eiweißstoffe ermitteln, die für den Krankheitserreger lebenswichtig sind und die sich somit als mögliche Angriffspunkte für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen eignen.

"Die Arbeiten bedeuten einen Durchbruch in der Analyse von
essentiellen Proteinen in Parasiten des Stammes Apikomplexa, zu dem Toxoplasmose- und Malaria-Erreger gehören", erklärt Dr. Markus Meißner, Dr. Markus Meißner, Arbeitsgruppenleiter in der
Abteilung Parasitologie.

Bei der neuen Technik nutzen die Forscher gentechnisch veränderte Parasiten: Bei diesen ist das Protein, dessen Funktion untersucht werden soll, an ein zweites Protein gekoppelt. Im Doppelpack sind die Eiweißstoffe sehr instabil und werden nach kurzer Zeit abgebaut. Geben die Forscher jedoch eine chemische Substanz von außen hinzu, bindet diese an den Doppelpack und verleiht ihm Stabilität. Stabil oder nicht stabil - diese Effekte werden bereits nach einer Stunde deutlich. "Mit herkömmlichen Techniken braucht man dafür 12 bis 24 Stunden", erklärt Meißner.

Der Zeitgewinn ist bei Toxoplasmose essentiell: Außerhalb ihrer Wirtszelle überleben diese Parasiten nur wenige Stunden. "Mit Hilfe der neuen Technik können wir jetzt auch Prozesse außerhalb der Wirtszelle näher untersuchen. Wir wollen vor allem wissen: Welche
Proteine braucht der Parasit, um von außen in seine Wirtszelle einzudringen?," so Meißner.

Hier konnten die Forscher bereits dem ersten Eiweißstoff auf die Spur kommen: Ein "Aktivierungsprotein" (GTP-bindendes Protein) spielt eine Schlüsselrolle in der Signalweiterleitung innerhalb der einzelligen Parasiten. Ohne das Protein können sie nicht in die Wirtszelle eindringen.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg