Neue Technik für jedermann

Einen Flachbettscanner für Dokumente hat heute fast jeder. Doch dreidimensionale Objekte zu scannen ist lange nicht so selbstverständlich. Kommerzielle Systeme, mit denen man Objekte digitalisieren kann, sind relativ teuer und daher längst nicht für jedermann erschwinglich. Doch das kann sich schon in naher Zukunft ändern, denn die Informatiker Sven Molkenstruck und Dr.-Ing. Simon Winkelbach, Wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Robotik und Prozessinformatik der Technischen Universität Braunschweig, haben jetzt gemeinsam mit dem Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Friedrich M. Wahl eine besondere Technik entwickelt.
Die neu entwickelte Technik soll im Gegensatz zu Vorgängermodellen einfacher zu bedienen sein und darüber hinaus Kosten einsparen.

Um dreidimensionale Objekte im Computer abzubilden, ist nicht viel erforderlich. Benötigt werden nur eine einfache Kamera und ein Laser, der eine Linie in die aufzunehmende Szene projiziert. Das zu scannende Objekt stellt man dann in eine Raumecke oder vor zwei Ebenen, die im rechten Winkel zueinander aufgestellt wurden, und richtet die Kamera auf das Objekt.

Das besondere hierbei ist, dass man zum scannen den Laser einfach in die Hand nimmt und die Laserlinie manuell über das Objekt wandern lässt. Mit der Software vom Institut für Robotik werden dann zeitgleich 3D-Daten generiert und am Bildschirm des Computers angezeigt. Auf diese Weise kann man die Laserlinie solange über das Objekt streifen lassen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Um ein vollständiges 360°-Rundum-Modell zu erhalten, kann die Software außerdem mehrere Scans aus verschiedenen Sichtrichtungen automatisch "zusammenpuzzeln".

Für dieses außergewöhnliche Verfahren haben die Wissenschaftler jetzt in Berlin den renommierten Hauptpreis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mustererkennung erhalten.

COMPAMED.de; Quelle:
Technische Universität Braunschweig