Neue Sonden bei Parkinson

Wirken keine Medikamente mehr, dann kommt der Hirnschrittmacher bei Parkinson-Patienten zum Einsatz. Elektrische Impulse werden über dünne Drähte in bestimmte Regionen des Gehirns gesendet, um die neurologischen Fehlimpulse zu unterdrücken. Bisherige Geräte erzeugten eine Dauerstimulation.

Nun fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit zwei Millionen Euro ein Forschungsprojekt namens BiCIRTS. So sollen Biosonden entwickelt werden, die nur dann stimulieren, wenn es nötig ist. Dies geschieht, indem ein miniaturisierter Stimulator durch Rückkoppelung mit einer breitbandigen Aufnahme neuronaler Signale in Echtzeit verbunden ist.

Dafür ist es nötig, dass an der Universität zu Lübeck flexible Mikrosonden entwickelt werden, die mechanisch mit der Elastizität des Gehirngewebes übereinstimmen. Durch eine besondere Oberfläche mit zwei Arten von Edelmetall-Mikroelektroden in hoher Zahl sollen die gehirneigenen Abwehrreaktionen vermindert werden. Dadurch, dass Neuronen die Sonden nicht als fremdartig erkennen, soll die langfristige Ankoppelung der Elektroden an die Gehirnumgebung gefördert werden. Das wirkt der Biopassivierung entgegen.

Durch eine ko-lokalisierte Platzierungstechnik von Biosonden und Mikrodialyse-Sonden sollen die neurochemischen Effekte der Stimulation wie auch der Biosonden verfolgt werden. Die bedarfsgerechte Aktivierung des Stimulators erfolgt mit Hilfe eines neuartigen Datenaufnahmesystems, das durch miniaturisierte Signalkonditionierung eine vielkanalige, breitbandige neuronale Signalaufnahme erlaubt.

Auf die Idee für solch ein System kam man an der Universität zu Lübeck, weil ein Netzwerkeffekt Parkinson-Krankheitssymptome moduliert, so dass mithin keine aufwändige Dauerstimulation erforderlich ist, um die Symptome zu unterdrücken.

COMPAMED.de; Quelle: Universität zu Lübeck