Genetik: Neue Methode zum Nachweis von Krankheitserregern

23.04.2014

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) haben eine neue Methode zum Nachweis von Infektionserregern entwickelt. Damit gelingt es, in einer Probe enthaltene Erbinformationen innerhalb kürzester Zeit auf Krankheitserreger zu untersuchen.

Das neue Verfahren wurde von einem Team um Dr. Nicole Fischer, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene des UKE, und Prof. Adam Grundhoff, Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, entwickelt.

Herkömmliche Diagnoseverfahren zielen zumeist auf den gezielten Nachweis spezifischer Erreger ab. Mit Hilfe einer neuartigen Technik, der sogenannten Hochdurchsatzsequenzierung, gelingt es nun, die gesamte in einer Probe enthaltene Erbinformation innerhalb von maximal zwei Tagen zu untersuchen.

„Dies erlaubt es nicht nur, den genetischen Fingerabdruck bereits bekannter Infektionserreger nachzuweisen, sondern auch zu untersuchen, ob fremde Erbsubtanz vorhanden ist, die auf die Anwesenheit eines neuen oder stark mutierten Erregers schließen lässt“, erklärt Grundhoff.

Im klinischen Einsatz bewährt hat sich die neue Nachweismethode im vergangenen Jahr, als drei Polizisten aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde nahezu zeitgleich lebensbedrohlich erkrankten. Alle drei Polizisten wurden im UKE behandelt, einer der Patienten verstarb in Folge eines multiplen Organversagens. „Wir konnten mit dem neuen Verfahren zweifelsfrei belegen, dass kein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen der Polizisten bestand“, erklärt Fischer.

So konnte in einem Fall die sogenannte Papageienkrankheit diagnostiziert werden – eine sehr seltene Erkrankung, die durch das Einatmen getrockneten Vogelkots entsteht. Die Gründe für die Erkrankungen der beiden anderen Patienten sind hingegen mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht infektiöser Natur. „Definitiv aber lag den Erkrankungen nicht der Ausbruch eines veränderten Virus zugrunde.“

Grundhoff: „Die neue Technologie besitzt ein enormes Potential zum Nachweis bekannter wie auch neuer Infektionserreger. Die Verfügbarkeit der Technologie am Standort Hamburg wird es uns in Zukunft erheblich einfacher machen, rasch und angemessen auf vermutete oder tatsächliche Ausbruchsgeschehen zu reagieren und damit eine Verunsicherung der Bevölkerung zu verhindern.“

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf