Neuartige Pumpe entlastet Schwerstkranke

Das hochmoderne System, das erst an wenigen Zentren europaweit im Einsatz ist, wurde jetzt erstmals am UKL implantiert.

Schädigt eine Erkrankung die Leber mit Entwicklung einer Zirrhose (Narbenleber), leiden die Betroffenen oft unter Ansammlungen von Wasser im Bauchraum. Die Patienten beeinträchtigt nicht nur die Bauchumfangszunahme, sondern auch Atemnot und Mangelernährung, da die Flüssigkeit auf Lungen und Magen drückt. Dadurch verschlechtert sich der Zustand der ohnehin Schwerkranken zusätzlich.

Wenn eine Lebertransplantation oder ein sogenannter TIPS, eine künstlich geschaffene Gefäßverbindung in der Leber, nicht mehr möglich sind, konnten die Mediziner bisher nur durch regelmäßige Punktion des überschüssigen Wassers Abhilfe schaffen.

„Die Patienten müssen für diese Prozedur bis zu zweimal wöchentlich ins Krankenhaus kommen, was sehr belastend ist und auch nicht absolut risikofrei“, erklärt Professor Thomas Berg. „Mit dem neuen Verfahren entfallen diese Punktionen zum Teil ganz.“ Dazu implantieren die Chirurgen am UKL eine neuartige Pumpe, die regelmäßig die Flüssigkeit aus dem Bauchraum abtransportiert. „Dafür sorgen zwei schmale Silikonschläuche, die jeweils mit der Bauchhöhle und der Blase verbunden werden“, erläutert Doktor Cornelius Engelmann. Das Bauchwasser wird daher einfach über den Urin ausgeschieden. Die sieben Zentimeter große Kunststoff-Pumpe wird direkt unter die Haut implantiert, sodass die Patienten das Gerät Zuhause täglich kabellos aufladen können.

Für die Betroffenen bedeutet das Implantat einen immensen Gewinn an Lebensqualität. „Unser erster Patient ist seit vielen Jahren erkrankt und konnte zuletzt das Krankenhaus nicht mehr verlassen“, beschreibt Engelmann die Verbesserungen. Nach dem Eingriff ist der 60jährige aus der Nähe von Cottbus jetzt wieder Zuhause und kommt nur noch zu Nachkontrollen ins Klinikum.

Die Ärzte versprechen sich von der Pumpe auch eine generelle Verbesserung des Gesundheitszustands. „Ist das Wasser aus dem Köper entfernt und die Patienten können wieder frei atmen und essen, stabilisiert sich teilweise auch die Leberfunktion ein wenig“, so Berg. Auf diese Weise können Patienten mitunter auf ungeahnte Weise wieder am Leben teilnehmen.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Leipzig