Naturfaserwerkstoffe für selbsttragende Autobauteile

Recyclingfähige Materialien mit Naturfaserbestandteilen haben sich für den Innenausbau von Autos seit einigen Jahren etabliert, doch für großflächige, selbsttragende Teile konnten sie bislang noch nicht genutzt werden. Solche Teile werden in der Regel aus duroplastischem Polyurethan, gegebenenfalls verstärkt mit Glas- oder Naturfasern, hergestellt und haben den Nachteil, nicht recyclebar zu sein. Die EU-Altautoverordnung schreibt allerdings bis 2015 die Wiederverwendbarkeit von 85 Prozent aller Teile eines Autos vor und daher suchen Hersteller nach Alternativen.

Die könnte nun gefunden sein: Der Werkstoff der Firma R+S besteht aus zwei Schichten eines Natur-/Kunstfaservlieses, in deren Mitte Papierwaben den Bauteilen die nötige Formstabilität verleihen. Jute, Kenaf und Flachsabfälle stellen den Naturfaseranteil, ergänzt durch die Kunstfasern Polypropylen und Polyester. Das Verhältnis zwischen Natur- und Kunstfaser liegt bei 60 zu 40. Damit besteht der neue Werkstoff komplett aus wiederverwertbaren Rohstoffen und aus Papier. Zusätzlich wurde für eine wasserundurchdringliche Oberflächenbeschichtung ein recyclebarer Polyethylenschaum entwickelt.

Geeignet ist das Material für alle selbsttragenden, großflächigen und nicht zu stark verformten Innenausbauteile von Autos wie Dachhimmel, Hutablagen und Kofferraumverkleidungen; auch die Innenraumverkleidung von LKW ist mit dem Werkstoff möglich.

COMPAMED.de; Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.