Mobiles Labor für epidemiologische Anwendungen

Foto: Mobiles Labor

Das Fahrzeug ist seit Ende Januar 2013 deutschlandweit als mobiles
epidemiologisches Zentrum im Einsatz; © Fraunhofer IBMT

Das neue Laborfahrzeug ist erstmalig auf Basis eines Sattelaufliegers ein voll ausgestattetes medizinisch-analytisches Labor und bietet gleichzeitig mehr als 30 qm Fläche für ärztliche Untersuchungen. Im Rahmen des Projekts „Labor der Zukunft“ werden hier Hard- und Softwareelemente aus dem Bereich der
Labor- und Medizintechnologie in einer besonders kompakten Form gezeigt.

Nach dem weltweit ersten mobilen Labor der biologischen Sicherheitsstufe 3 haben die Laborexperten am Fraunhofer IBMT hier gemeinsam mit einem Industriepartner eine weitere maßgeschneiderte mobile Laboranwendung entwickelt.

Der notwendige Raum wird durch drei Karosserieausschübe realisiert, welche die Innenfläche des Fahrzeuges annähernd verdoppeln. Die Fahrzeugleittechnik ermöglicht die Fernüberwachung und -steuerung aller relevanter Fahrzeugdaten von der Klima- und Lüftungstechnik bis hin zum Füllstand der Diesel- und Wassertanks. Redundante Stromversorgung über Landleitung und eingebauten Stromgenerator sowie multimodale Heiz- und Kühlsysteme ermöglichen den sicheren und autarken Betrieb der Fahrzeugeinheit.

Das Fahrzeug ist seit Ende Januar 2013 deutschlandweit als mobiles epidemiologisches Zentrum für die Umweltprobenbank des Bundes
im Einsatz. Das Fahrzeug ermöglicht es erstmals an den verschiedenen Standorten identische Bedingungen für Probenentnahme, Aufbereitung und Analytik zu schaffen. Das Labor ist dazu neben einer Sicherheitswerkbank mit allen notwendigen Analyseeinheiten ausgestattet. Die Arbeitsschritte vom Empfang über die Anamnese bis hin zur Verarbeitung der Proben sind dabei optimiert: Materialschleusen sind von den Fraunhofer-Forschern mit Funktechnik ausgestattet worden, um die Etiketten auf Probenröhrchen und damit die Probandennummer automatisch zu erkennen. Und auch die Vorbereitung der Probenlagerung ist bereits in das Fahrzeug integriert. Vorratsbehälter für flüssigen Stickstoff als Kühlmedium werden im Fahrzeug mitgeführt, die Proben werden direkt in einem mit Spezialracks ausgestatteten Tank eingefroren und dieser wird nach Abschluss der Probenahme mit dem Fahrzeug zum Lager der Umweltprobenbank des Bundes gebracht. Ohne Umlagerung der Proben und damit unter strengster Einhaltung der Kühlkette.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT

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