Mit neuem Sensor permanent messbar

Zu hoher Blutzucker ist ein lebensbedrohlicher Faktor für Patienten auf der Intensivstation. Der plötzlich erhöhte Glukosespiegel ist eine Art Schockreaktion des Körpers auf Operationen, Verletzungen oder Krankheiten.

Da das Pflegepersonal den Spiegel nicht fortwährend messen kann, soll ein Gerät während des Aufenthalts auf der Intensivstation den Blutzucker der Patienten kontinuierlich überwachen und bei kritischen Werten automatisch Insulin verabreichen.

Der Sensor des Institute for Analytical Sciences misst durch ein spezielles Analyseverfahren nicht - wie herkömmliche Geräte - nur den Blutzucker allein, sondern gleichzeitig auch noch weitere Stoffwechselparameter, was verlässlichere Ergebnisse liefert.

Die Arbeitsgruppe hat den Sensor bereits erfolgreich an Diabetes-Patienten getestet, für den Versuch auf der Intensivstation muss es jedoch erst noch zugelassen werden.

Möglicherweise könnte der Sensor Teil eines internationalen Projektes der Europäischen Kommission für eine künstliche Bauchspeicheldrüse werden. Einer belgischen Studie zufolge könnte diese die Sterblichkeitsrate auf Intensivstationen um bis zu 40 Prozent senken.

Ende 2008 will das Projekt die Bauchspeicheldrüse als Prototyp auf den Markt bringen. Ob der Dortmunder Sensor dabei sein wird, ist im Moment noch nicht klar, denn es sind noch zwei weitere Blutzucker-Messverfahren im Test. Den Zuschlag bekommt das Verfahren, das nicht nur sichere Werte liefert, sondern sich auch einfach und möglichst kostengünstig in die Gesamtapparatur integrieren lässt.

COMPAMED.de; Quelle: Institute for Analytical Sciences