Mit dem Sofakissen in der Glotze zappen

Foto: Das Fernbedienungs-Sofakissen in blau

Wenn der Aachener Student Ulrich Koßmann vor dem Fernseher relaxt, liegt er seit neuestem am liebsten auf seiner Fernbedienung. Denn seine neue Erfindung ist eine Kissenfernbedienung. Dafür zerlegte Koßmann drei Fernbedienungen in ihre Einzelteile, bevor er nach zehn Monaten intensiver Handarbeit ein brauchbares Ergebnis vorweisen konnte: Die sensible Elektronik liegt geschützt im Zentrum des Kissens und wird über textile Leiterbahnen mit den Tasten verbunden.

Durch einfache Druckknopftechnik können die elektronischen Elemente entfernt werden, so dass das Kissen auch für die Maschinenwäsche geeignet ist. Im Belastungstest wurden die einzelnen Tasten aktuell bereits mehr als 100.000 mal gedrückt. "Auf die Anwendung der Kissenfernbedienung wollen wir selbst Power-Zappern eine Garantie geben", erklärt der verantwortliche Ingenieur Grundmann die Versuchsreihe, in der das Kissen auch unzählige Male gewaschen wird.

Dipl.-Ing. Tim Grundmann vom ITA bezeichnet den "voll funktionsfähigen Prototyp als Basis für die Weiterentwicklung zur Serienreife". Für das textile Tastensystem hat das ITA ein Patent angemeldet. Mit einer kleinen Erstauflage will das Institut in wenigen Monaten die Marktfähigkeit der Kissenfernbedienung mit 20 Tasten testen.

Die textilen Tasten seien in vielen Bereichen denkbar, meint Grundmann. Als Zukunftsprojekt soll das System in Fahrzeugsitzen integriert werden.

COMPAMED.de; Quelle: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen