Mit Microarrays der Präeklampsie auf der Spur

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. med. Friedrich Luft, dem Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, ist den Ursachen dieser Krankheit auf der Spur. Die Forscher entdeckten in der Plazenta sowie im Blut der betroffenen Frauen einen Autoantikörper, der bei gesunden Frauen und nach Schwangerschaft nicht nachweisbar ist.

Noch sei die Diagnose der Präeklampsie sehr aufwändig. "Zur Blutuntersuchung werden Herzmuskelzellen von Ratten eingesetzt", berichtet Dr. Ralf Dechend von der Franz-Volhard-Klinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu wird das Blut von Schwangeren an die Herzmuskelzellen herangeführt, die auf den Antoantikörper reagieren. Diese Untersuchung werde zwar am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) durchgeführt, ein Mitarbeiter schaffe maximal 15 Untersuchungen am Tag. "Zum Screening eignet sich dieses Verfahren nicht", sagt Dechend.

In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut der Universität Potsdam und dem Luckenwalder Biotech-Unternehmen CellTrend arbeiten die Bucher Forscher jetzt mit Hilfe der Biohybrid-Technologie an einem Test, der gefährdete Frauen frühzeitig erkennen kann. Dazu wird ein speziell beschichteter Bio-Chip entwickelt, der die gesuchten Autoantikörper im Blut der Schwangeren schnell und sicher erkennt.

Damit sei auch eine mögliche Behandlung in Sicht: Die gefährlichen Autoantikörper, die die eigenen Gefäße angreifen, könnten durch eine Dialyse vorbeugend aus dem Blut der Schwangeren entfernt werden, so die Hoffnung der Ärzte. "Da es gegen die Präeklampsie derzeit keine ursächliche Behandlung gibt, muss die Schwangerschaft häufig sehr früh per Kaiserschnitt beendet werden", erläutert Dechend die Folgen.

Präeklampsie tritt bei fünf bis zehn Prozent aller Schwangerschaften auf und verursacht bis zu 50 Prozent aller Frühgeburten und ist eine Haupttodesursache für Mutter und Kind.

COMPAMED.de; Quelle: HELIOS Klinikum Berlin