Mit Magnetfeldern Metastasen aufspüren

Krebszellen können sich über Blut oder Lymphgefäße im gesamten Organismus verbreiten. Das unkontrollierte Wachstum dieser Zellen führt rasch zur Zerstörung ganzer Organe und schließlich zum Tod des Patienten. Könnte man Metastasen frühzeitig erkennen und bekämpfen, so würde dies die Lebenserwartung der Patienten deutlich erhöhen. Die möglichst frühe Erkennung von Metastasen in Körpergewebe ist daher eine Herausforderung für die moderne Medizin.

Die klinischen Krebsforscher Professor Angelika Eggert und Doktor Alexander Schramm vom Universitätsklinikum Essen haben mehrere Proteine identifiziert, die beispielsweise auf der Oberfläche entarteter Zellen bei einem im Kindesalter auftretenden, bösartigen Tumor vorkommen. Diese Tumor-spezifischen Proteine werden von Forschern am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) des Universitätsklinikums Heidelberg genutzt, um Antikörper-ähnliche Moleküle herzustellen, die mit hoher Spezifität an diese Strukturen binden.

Der interdisziplinäre Verbund wird verstärkt durch Forscher der Universität Duisburg-Essen. Sie entwickeln im Projekt neue Moleküle und Kontrastmittel, die nach Kopplung an die Tumorzell-bindenden Moleküle den Nachweis von Metastasen in der bildgebenden Magnetresonanz-Tomographie (MRT) ermöglichen sollten.

Im Zuge des Projekts soll ein MRT-Gerät der neuesten Generation mit hochauflösender Technologie verwendet werden, so dass mit dem Verfahren selbst einzelne Tumorzellen im Organismus detektiert werden können. Die Forscher hoffen innerhalb von drei Jahren die erste Version dieser neuartigen Sonden für die Früherkennung von Metastasen soweit zu entwickeln, dass sie in einfachen Modellsystemen getestet werden kann.

Die Initiative "ModularProbes" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den nächsten drei Jahren mit 1,6 Millionen Euro unterstützt.

COMPAMED.de; Quelle: Universität Duisburg-Essen