Mit Licht Keime im Wasser töten

Mediziner nutzen seit langem Quecksilberdampflampen, die UV-Licht abstrahlen, um Geräte und Wasser keimfrei zu machen. Allerdings ist Quecksilber hochgiftig und die herkömmlichen Lampen haben eine Lebensdauer von nur einigen Tausend Stunden. Leuchtdioden dagegen sind vom Material her unschädlich und halten zehn- bis hunderttausend Stunden durch.

"Schon jetzt sind kompakte und robuste Reinigungsgeräte realisierbar, die bei einer Leistungsaufnahme von 10 Watt drei bis vier Liter Wasser pro Sekunde desinfizieren", sagt Michael Kneissl vom Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik. Eine mögliche Anordnung: Hundert Leuchtdioden, die jeweils mit 0,1 Watt strahlen, könnten ringförmig um ein durchsichtiges Stück Wasserleitung angeordnet werden. Öffnet jemand den Hahn, so schalten sich die Dioden an und bestrahlen mit UV- Licht das Wasser. Es käme keimfrei aus der Leitung.

Ermöglicht hat das der Durchbruch von japanischen Wissenschaftlern. Ihnen war es gelungen, Galliumnitrid (GaN) so abzuscheiden und gezielt zu "verunreinigen", dass es blaues Licht aussendet. "Man kann heute schon weiße und blaue Leuchtdioden kaufen", sagt Kneissl. Jetzt geht es darum, die Grenzen weiter zu verschieben in Richtung kurzwelligerer Strahlung - von Blau zu Ultraviolett.

"Das Material, mit dem wir arbeiten, ist noch relativ neu, viele seiner Eigenschaften sind gar nicht oder nur ungenau bekannt", erklärt Kneissl. Daher weist die Simulationen auf dem Computer noch große Ungenauigkeiten auf, denn die Programme arbeiten mit Eigenschaften der Materialien. Daher forscht zwei Arbeitsgruppen von Kneissl nach Anwendungen der neuen Technologie und nach Grundlagen.

COMPAMED.de; Quelle: Forschungsverbund Berlin e.V.