Urologie: Mit Bioklebstoff gegen Nierensteinreste

02.05.2014
Foto: Klebstofftube

Freiburger Urologen entwickeln einen innovativen Klebstoff für endoskopische Nierensteinentfernungen (Symbolbild); © panthermedia.net/ Sinisa Botas

Die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg hat zusammen mit dem Projektpartner Fraunhofer-Institut IFAM Bremen eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im GO-Bio Programm erhalten. Die Urologen Dr. Martin Schönthaler und Dr. Arkadiusz Miernik arbeiten an der Entwicklung eines neuartigen, bioinspirierten Klebstoffes zur kompletten endoskopischen Entfernung von Harnsteinen.

Mit der von dem Forschungsverbund entwickelten neuen Methode kann die Klebstoffapplikation ohne neues Instrumentarium in das bisherige endoskopische Operationsverfahren integriert werden. „Nach dem Entfernen der großen Harnsteine werden dann die verbleibenden Restfragmente mit dem Klebstoff umhüllt und in Form eines elastischen Gels zusammengehalten“, erklärt Miernik. Das Klebstoff-Nierenstein-Konglomerat lässt sich in der Röntgendurchleuchtung darstellen und ist nunmehr so groß, dass es problemlos mit den üblichen Instrumenten entfernt werden kann.

Jährlich leiden in Deutschland rund 750.000 Personen an Harnsteinen. Ein großes Problem der sich endoskopischen Behandlungsverfahren mit Zertrümmerung der Steine vor Ort ist, dass kleine Restfragmente nicht komplett entfernt werden können. Aufgrund ihrer geringen Größe ist es unmöglich, sie mit herkömmlichen Greifinstrumenten zu fassen. Durch das Verbleiben von Restfragmenten steigt das Risiko einer erneuten Steinbildung signifikant an.

Mit dem Wettbewerb GO-Bio fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung gründungsbereite Forscherteams in den Lebenswissenschaften, um technisch anspruchsvolle Ideen zu einer tragfähigen Unternehmensgründung reifen zu lassen. Seit dem Start im Jahre 2005 wurden bisher sechs Auswahlrunden bei GO-Bio abgeschlossen. In der aktuellen Ausschreibung wurden 7 von 106 Teams für eine Förderung ausgewählt.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Freiburg