Mini-Eiweiße schützen vor Infektionen


Jährlich erhalten weltweit zwischen 50 bis 100 Millionen Menschen Implantate. Bei etwa 1 bis 7 Prozent der Patienten kommt es dabei zu ernsthaften Komplikationen aufgrund von Infektionen.

Mit Hilfe einer neuen Screening-Methode untersuchen die Wissenschaftler des IBG so genannte antibakterielle Peptide. Die kleinen Eiweiße, die aus einer kurzen Kette von Aminosäuren bestehen, können Infektionen an einer Oberfläche abwehren.

Sie sind für die Infektionsbekämpfung hochinteressant, weil sie sowohl gramnegative wie auch grampositive Bakterien, aber auch Pilze, Viren oder Parasiten abtöten können. Auch im Immunsystem übernehmen die Mini-Eiweiße wichtige Funktionen. Doch obwohl man sie schon seit den sechziger Jahren kennt, ist ihre Wirkweise bis heute rätselhaft. Insbesondere gilt dies für die kurzkettigen Eiweiße, mit denen sich das Team von Dr. Kai Hilpert, Nachwuchsgruppenleiter am IBG, beschäftigt.

Bakterien umgibt eine Schutzschicht, die noch vor der eigentlichen Zellmembran liegt. Sie ist ungefähr zehnmal so dick wie die Mini-Eiweiße selbst. "Wir können zeigen, dass die Eiweiße eine Wirkung auf die Membran haben, wissen aber gleichzeitig, dass sie dort nicht hingelangen können", stellt Kai Hilpert erstaunt fest.

Der Wissenschaftler und sein Team arbeiten zurzeit an der Optimierung und Automatisierung einer Screening-Methode, mit der später 8.000 bis 10.000 Substanzen in der Woche getestet werden sollen. Auf diese Weise wollen die Wissenschaftler hochwirksame Substanzen finden, die direkt auf Implantatoberflächen gebunden werden und dort Infektionen abwehren können.

COMPAMED.de; Quelle: Karlsruher Institut für Technologie