Mikrowelle für große Polyester-Bauteile

Foto: Ein Boot

Sechs Partner aus verschiedenen europäischen Ländern unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie (ICT) fanden heraus, dass zum Aushärten in der Form das Bauteil entweder erwärmt werden oder lange Zeit aushärten muss.

Durch den Einsatz von Mikrowellen kann eine raschere und gleichmäßigere Aushärtung erzielt werden, insbesondere kann der Injektionsprozess vom Aushärteprozess getrennt werden. Nach Ansicht des Projektleiters Dr. Rudolf Emmerich aus dem ICT verberge sich hinter dem Verfahren eine 'Revolution' in der Verarbeitung von Polyester-Harzen: "Ein normales Erwärmen zum Aushärten ist bei großen Bauteilen wie beispielsweise Bootsrümpfen bisher immer problematisch, weil man die Wärme nicht gleichmäßig und nicht tief genug in den Werkstoff hineintransportieren kann. Wir nutzen die Absorption der Mikrowellen im Harz, um genau dies zu erreichen: die Erwärmung quasi 'auf Bestellung', das heißt genau dort und zu dem Zeitpunkt, wo der Härteprozess die Wärme benötigt."

Hauptanwendung der neuen Technologie sind großflächige Polyesterbauteile wie sie beispielsweise für Boote, Windrotoren, Bahnwaggons oder Automobilkarosserien benötigt werden. Wirtschaftsforscher sind der Meinung, dass der Markt für Produkte aus faserverstärktem Kunststoff hohe Wachstumsraten haben könne. Der Herstellung mit in die Form gespritzten Reaktionsharzen kommt dabei die Schlüsselrolle zu, weil es umweltfreundlicher und rationeller ist als die üblichen Handlaminierverfahren.

Mikrowellen ermöglichen ein volumetrisches Erwärmen des Kunststoffharzes und beginnen den Vernetzungsprozess des Polymers gleichzeitig auch in der Tiefe des Harzes.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT