Mikrosystemtechnik: Immer kleiner, immer besser

Foto: Neuronaler Gehirnsensor

In der Halle 8a am Stand G40 fand gestern Nachmittag eine Reihe von Vorträgen zur Mikrosystemtechnik statt. „Mit der Veranstaltung wollen wir dem Publikum jedes Jahr die neuesten Entwicklungen der Mikrotechnologie im Dienste der Medizintechnik vorstellen“, sagt Erik Jung vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM, der das Symposium leitete. „In der Medizintechnik wurden in den letzten zehn Jahren neue, hochinnovative diagnostische und therapeutische Verfahren entwickelt, die auf dem Fortschritt in der Mikrotechnologie basieren.“

Mikrosystemtechnik bietet viele Vorteile, nicht nur den Ärzten sondern auch den Patienten. Computertomografen können durch den Einsatz der Mikrosystemtechnik mehr Scanzeilen pro Einheit erzeugen. Dadurch sind die entstandenen Bilder besser und der Scanvorgang wird verkürzt.

„Auch die Geräte, die im menschlichen Körper eingesetzt werden, wie Cochlear-Implantate, haben sich sehr stark weiterentwickelt“, sagt Jung. „Die Stimulation im Innenohr ist zwar immer noch die Gleiche, aber Signalprozessoren, Signalverarbeitung und Energietechnologie setzen auf die Technologien der Mikrosystemtechnik, damit die äußeren Receiver kleiner und damit für den Patienten leichter werden und gleichzeitig eine höhere Funktionalität haben. Auch bieten miniaturisierte Stimulatoren für bestimmte Gehirnregionen inzwischen dank der Miniaturisierung die Möglichkeit, bei Patienten mit Parkinson-Erkrankungen den gefürchteten Tremor abzuschalten und ihnen ein Leben im eigenen Umfeld wieder zu ermöglichen.“

 
 

Foto: Sandkornkamera

Die Einsatzbreite der elektronischen Mikrosysteme ist sehr groß. Die Produktlösungen werden auf den speziellen Einsatzzweck angepasst. Deswegen kann man sie nur schwer klassifizieren. Sie werden in Innenohr-Hörgeräten, als implantierbare Glukosesensoren oder als Drucksensoren zum Beispiel für Gastrointestinaldrücke verwendet.

Aber es geht noch mehr. Die Zukunft der elektronischen Mikrosysteme ist vielversprechend: „Wir können sicherlich erhebliche Fortschritte bei den neurologischen Therapien erwarten“, so Jung. „In absehbarer Zeit werden wir blinden, tauben oder gar querschnittgelähmten Menschen helfen können, ihre verlorenen Fähigkeiten wiederherzustellen.“

Auf der COMPAMED 2012 präsentierten die Forscher vom Frauenhofer IZM ihre „Sandkornkamera“, die sie 2011 zum ersten Mal vorstellten. Die Kamera hat eine Kantenlänge von nicht Mal einem Millimeter und kann vielseitig eingesetzt werden. Die jüngsten Fortschritte, die sie in der letzten Zeit damit gemacht haben, gaben die Forscher dieses Jahr bekannt.


Michalina Chrzanowska
COMPAMED.de