Die gewonnenen Messdaten werden drahtlos an einen Computer übertragen. Die Forscher erhoffen sich durch das neue Verfahren ein besseres Gesundheits-Monitoring im Eigenheim. Ebenfalls in Arbeit sind Sensoren, mit denen Gehirnströme kontaktlos gemessen werden können. Damit will das Team ebenso einfache EEG-Messungen ermöglichen. Außerdem hätte diese Entwicklung Anwendungspotenzial für den Bereich der Gedankensteuerung (Brain-Computer-Interface, BCI).

Das Ziel der Forscher: „Wir wollen einen sehr empfindlichen Sensor schaffen, der Signale zuverlässig durch die Kopfbehaarung empfangen kann. Schmutzige Gele, Abschürfungen oder große Vorbereitung sind dabei nicht erforderlich. Eine Lösung also, die einfach und schnell zu nutzen ist", so Doktorand Mike Chi gegenüber Technology Review.

Das Anwendungspotenzial eins solchen Systems ist groß, insbesondere, wenn es auch längere Zeit problemlos genutzt werden kann. Beispielsweise könnten die Sensoren Patienten mit Rückenmarksverletzungen die Kommunikation mit ihrer Umwelt erleichtern. Denkbar ist auch ein Einsatz im Bereich Computer- und Videospiele.

Zunächst zielen die Forscher mit ihrem drahtlosen EKG-Sensor aber auf den Bereich Medizin ab. „Ein Ziel des ‚Wireless-Sensor‘-Projekts ist, die Sensor-Technologie aus den Krankenhäusern in die häusliche Umgebung zu bringen, ohne die Mobilität des Patienten einzuschränken", so Professor Gert Cauwenberghs. Ferner sollen Herz- oder Gehirndaten auch während verschiedener Aktivitäten aufgenommen werden können – zum Beispiel zur gesundheitlichen Überwachung von Soldaten während eines Kampfes. Dafür ist der Verzicht auf Gel-Kontaktmittel und andere Hilfsmittel sehr wichtig.

Der Ansatz kapazitiver Sensoren, die auch über kurze Distanzen und somit durch Kleidung funktionieren, ist zwar nicht neu, deshalb betont Chi: „Unser Zugang macht das zuverlässig und preisgünstig, sodass ein Schaltkreis entsteht, der wirklich für die Massenfertigung geeignet ist.“


COMPAMED.de; Quelle: Bioengineering Department/University of California