Mehr Maschinenergonomie für weniger Unfälle

Foto: Ein Computertomograph von innen

Die Tasten des neuen Handys sind so winzig, dass sie sich kaum einzeln drücken lassen. Was in der Freizeit nur ein Ärgernis darstellt, kann am Arbeitsplatz schnell zum Unfall- oder Gesundheitsrisiko werden: Maschinen und Geräte, die schlecht oder gar nicht an die Bedürfnisse des Menschen angepasst sind.

"Laut europäischer Maschinenrichtlinie müssen Maschinen nicht nur technisch sicher sein, sondern sind außerdem so zu entwerfen, dass sie den Maschinenbediener möglichst wenig belästigen, ermüden oder psychisch belasten", erklärt Dr. Michael Huelke, verantwortlicher Projektleiter im BGIA. Bislang sei es jedoch für den Hersteller schwierig gewesen, die ergonomische Qualität einer Konstruktion zu prüfen. Denn die Anforderungen seien zahlreich, oft sehr allgemein oder gar lückenhaft und zudem über viele Quellen verstreut.

Mit der Checkliste, die unter www.hvbg.de heruntergeladen werden klann, steht Maschinenbauern nun erstmals eine Art Sammelwerk zur Verfügung: Es enthält die wichtigsten Kriterien zur ergonomischen Maschinengestaltung aus mehr als 28 Einzelnormen und -richtlinien, ergänzt um Grenz- und Kennwerte sowie um Hinweise darauf, wie die Übereinstimmung mit den Kriterien überprüft werden kann.

Huelke: "Die Unfallstatistik belegt, dass 60 Prozent aller Unfälle beim Bedienen von vermeintlich fehlerfreien Maschinen auftreten. Wir möchten zukünftig auch durch bessere Maschinenergonomie die Unfallzahlen senken und gleichzeitig arbeitsbedingte Belastungen reduzieren." Dabei habe sich das Projektteam zunächst auf die Gruppe der Metallbearbeitungsmaschinen konzentriert, wie z. B. Bearbeitungszentren oder auch handbediente Dreh- und Fräsmaschinen. Initiiert und unterstützt hat das Projekt der zuständige Fachausschuss Maschinenbau, Fertigungssysteme, Stahlbau bei der Berufsgenossenschaft Metall Süd in Mainz.

COMPAMED.de; Quelle: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften