Medizintechnik: Impulse durch regionales Netzwerk

09.04.2015
Foto: Drei Männer und eine Frau auf einem Gruppenfoto

Eine positive Bilanz des Netzwerks Medizintechnik zogen (v.r.): Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel, Vizepräsident Prof. Dr. Holger Timinger, Caroline Eberl, Marc Bicker (Leiter ITZ); ©Hochschule Landshut

Die Bilanz des Netzwerkes Medizintechnik kann sich sehen lassen: Nach knapp drei Jahren Laufzeit gehören dem Netzwerk 55 Mitglieder aus der Region an, Unternehmen ebenso wie Kliniken, zusätzlich sind weitere Partner aus dem wissenschaftlichen, klinischen, sozialen und politischen Umfeld dem Netzwerk und seinen vielfältigen Aktivitäten verbunden.

An einem breiten Schulungs- und Veranstaltungsprogramm nahmen rund 1125 Teilnehmer teil. Der Aufbau und die Aktivitäten des Netzwerkes Medizintechnik wurden von März 2012 bis Dezember 2014 durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und von Stadt und Landkreis Landshut, Sparkasse Landshut sowie dem Bezirk Niederbayern finanziell unterstützt.

"Ziel des Projektes beziehungsweise des Netzwerks Medizintechnik war es, Unternehmen aus der Region Niederbayern von Seiten der Hochschule Landshut dabei zu unterstützen, in der Zukunftsbranche Medizintechnik Fuß zu fassen. Und genau dafür konnten wir einiges anstoßen", erläutert Hochschulpräsident Prof. Stoffel. Das Projekt wandte sich vor allem an kleinere Unternehmen, die sich für den Wachstumsmarkt Gesundheit und Medizin als zweites Standbein interessierten.

Insgesamt blicken die Projektverantwortlichen, Vizepräsident Prof. Holger Timinger (Wissenschaftlicher Leiter) und Caroline Eberl (Netzwerkmanagement), auf 68 Veranstaltungen zurück: Arbeitskreissitzungen, Forschungsgruppentreffen und Workshops aus den Themenfeldern Werkstoffe in der Medizintechnik, Medizinische Informatik, Krankenhauslogistik, Point-of-Care-Diagnostik und Ambient Assisted Living.

Im Sinne eines "Open Innovation Ansatzes", in dem das innovative Potenzial von in anderen Branchen entwickelten Fachkenntnissen übernommen wird, spielte die Ideenentwicklung für neue Produkte, Geschäftsmodelle und optimierte Prozessabläufe eine wichtige Rolle. "Besonders in den kleineren Arbeitskreissitzungen und Projektgruppen entwickelte sich schnelle eine vertrauensvolle Atmosphäre, in die die Teilnehmer, themenspezifische Problemstellungen und Herausforderungen offen diskutierten", so Eberl.

In durch die Hochschule moderierten und durch die Fachkenntnisse von Referenten und Professoren angereicherten Diskussionen wurden in einem weiteren Schritt gemeinsame Forschungs- uns Entwicklungsansätze definiert. So konnten im Rahmen der Projektlaufzeit Forschungsgruppen zu den Themen Datenvernetzung im Krankenhaus, Sensorik zur Vitaldatenerfassung, Drahtlose Datenkommunikation in der Luftrettung, Pflegeinnovationen, Materialdiagnose in der Medizintechnik sowie Virtualisierung der Qualifizierungsmaßnahmen in der Medizintechnik etabliert werden. Das Netzwerkmanagement unterstützte die beteiligten Firmen in ihrer Absicht zur gemeinsamen Entwicklung von möglichen Projekten, bei der Ausarbeitung von Forschungsskizzen und der Suche nach Fördermöglichkeiten. "Durch seine Nähe zur angewandten Forschung eignet sich die Hochschule Landshut besonders als Träger von im Rahmen solcher Open Innovation Plattformen entstandenen Forschungsprojekten", erklärt Timinger, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer an der Hochschule Landshut.

Die beteiligten Unternehmen bewerteten das "Netzwerken" als äußerst positiv. Als Vorteile wurden unter anderem genannt: eine zwanglose von den Firmen leicht zu nutzende Organisation, greifbare und realisierbare Ansätze in angedachten Forschungsprojekten sowie der Kontakt zu den im Netzwerk verbundenen Firmen und Anwendern in Kliniken.

Auch nach Ablauf der Förderung wird das Netzwerk Medizintechnik - nun ohne Förderung, getragen von der Hochschule Landshut - den Partnern vielfältige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bieten. Dies beispielsweise in der gezielten Fachkräfterekrutierung in Zusammenhang mit den MINT-Studiengängen der Hochschule Landshut, in einer lösungsorientierten Zusammenarbeit unter fachlicher Beratung durch Wissenschaftler oder der Nutzung hochwertiger technischer Laboreinrichtungen. In Verbundprojekten von Unternehmen und Hochschule können zusätzliche Fördermöglichkeiten erschlossen und dabei eine optimale Vernetzung zu Forschern und Entwicklern an der Hochschule erfolgen. Mitgliedsunternehmen profitieren also auch in Zukunft vom Netzwerk Medizintechnik und der Anbindung an die Hochschule Landshut, um gemeinsam den Wachstumsmarkt Medizintechnik für die Unternehmen der Region besser erschließen zu können.

COMPAMED.de; Quelle: Hochschule Landshut

Mehr über die Hochschule Landshut unter: www.haw-landshut.de