Medikation per Computer


Diese "Kooperationseinheit Klinische Pharmazie" aus Apotheke und klinischen Pharmakologen hat es ermöglicht, dass die Arzneimitteltherapie an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung optimiert werden kann. Das neue Programm ist in das Arzneimittel- Informationssystem AiDKlinik integriert.

"Eine Klinikapotheke kann nicht alle Präparate lagern, die der deutsche Arzneimittelmarkt bietet - das sind immerhin rund 62.000 Medikamente mit teils gleicher oder ähnlicher Wirkung", erklärt Doktor Torsten Hoppe-Tichy, Leiter der Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg. "Es ist daher häufig notwendig, Patienten auf andere Medikamente umzustellen, wenn sie in die Klinik überwiesen werden", so der Chefapotheker. "Das kann ein zeitaufwändiger und fehleranfälliger Prozess sein."

"Unser Ziel war es daher, ein computergestütztes Programm zu entwickeln und zu testen, das die hausärztliche Medikation weitgehend automatisch umstellt und gleichzeitig auch Begleiterkrankungen oder Unverträglichkeiten des Patienten berücksichtigt", erklärt Walk.

Im Rahmen einer Studie wurde der Algorithmus an Arzneimittelprofilen von 120 Patienten getestet und hat sich als wirksames Instrument erwiesen, um einen großen Anteil der routinemäßigen Medikationsumstellungen standardisierbar zu machen. Mehr als 90 Prozent der Arzneimittel bei stationärer Aufnahme der Studienteilnehmer konnten dadurch an Präparate der Klinikapotheke angepasst werden.

Bei lediglich zwei Prozent der Patienten fand das Programm keinen Ersatz - In solchen Fällen übernehmen die Ärzte oder Klinikapotheker die Umstellung selbst oder fordern die bisher eingenommenen Medikamente über eine Sonderbestellung an.

Das Programm wird gerade durch das Arzneimittelinformationszentrum der Apotheke geprüft und kann danach flächendeckend am Universitätsklinikum Heidelberg und weiteren Krankenhäusern eingesetzt werden", sagen die Mediziner.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg