Herzkrankheit: Medikamenten-Stents für Frauen

18.09.2013

Auch bei weiblichen Herzpatienten stellen sich neuartige beschichtete Stents als sicherstes und wirksamstes Therapiemittel heraus. Dies zeigt eine kardiologische Langzeitstudie des Inselspitals (Universitätsspital Bern).

Frauen haben im Vergleich zu Männern ein geringeres Risiko an einer Koronaren Herzerkrankung zu erkranken. Daher sind sie in randomisierten Studien zu Koronarstents häufig unterrepräsentiert, obwohl das Einsetzen von Stents via minimal invasiver perkutaner Koronarintervention (PCI) heute zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen gehört. Sie wird weltweit jährlich bei mehr als 1 Million Patienten durchgeführt, davon ist ein Drittel Frauen.

Dr. Giulio Stefanini von der Universitätsklinik für Kardiologie des Inselspitals Bern erforschte deshalb in einer großangelegten Studie, welche Therapie der Koronaren Herzerkrankung speziell bei Frauen die wirksamste und sicherste ist. Hierzu wertete Stefanini die Daten von 11.557 Frauen aus 26 randomisierten Studien mit medikamentenbeschichtete Koronarstents aus den Jahren 2000 bis 2013 aus. Drei randomisierte Studien mit insgesamt 1190 Frauen steuerte das Inselspital bei.

Die Studienresultate zeigen, dass auch bei Frauen medikamentenbeschichtete Stents den unbeschichteten Stents bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit im Langzeitverlauf überlegen sind. Insbesondere medikamentenbeschichtete Stents der neueren Generation reduzierten das Risiko eines erneuten Eingriffs um 60% im Vergleich zu unbeschichteten Stents und verminderten Sterbe- und Herzinfarktrisiko.

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass medikamentenbeschichtete Stents der neueren Generation grundsätzlich – also bei Frauen wie bei Männern – die Therapie erster Wahl in der perkutanen Koronarintervention sind.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsspital Bern