Bild: Eine Röhre 
Bei Herzkranzgefäßen sorgen
Stents dafür, dass die Röhre
offen bleibt; © Pixelio.de

Heute sind zwei Typen von Stents in Gebrauch: Unbeschichtete Metallstents und solche, die Medikamente frei setzen. Letztere sind kürzlich aber mit einem erhöhten Sterberisiko und vermehrten Thrombosen in den Stents in Verbindung gebracht worden. Nun gibt ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Peter Jüni und Christoph Stettler von der Universität Bern Entwarnung. Mehr noch: Stents, die den Wirkstoff Sirolimus frei setzen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit anderen Stents klinisch überlegen.

Bei den Medikamenten-freisetzenden Stents haben sich zwei Wirkstoffe durchgesetzt: das Immunsuppressivum Sirolimus und das Krebstherapeutikum Paclitaxel. Die Forscher haben alle Studien, die mindestens zwei der drei Stent-Typen miteinander vergleichen, ausgewertet. Die Gesamtsterblichkeit und die kardiale Sterblichkeit (unter anderem Herzinfarkt, tödliche Rhythmusstörung, etc.) waren bei den drei Stent- Typen ungefähr gleich.

"Das bedeutet, dass diese beiden Medikamente-freisetzenden Stents insgesamt nicht gefährlicher sind als reine Metall-Stents", sagt Christoph Stettler. Auch bei der Gesamtrate der Stent-Thrombosen unterscheiden sich die drei Stent-Typen nicht signifikant. Allerdings treten bei Paclitaxel-Stents späte Stent- Thrombosen häufiger auf als bei Sirolimus- und bei unbeschichteten Stents.

Bei beiden Medikamenten-Stents war hingegen seltener ein zweiter Eingriff nötig als bei unbeschichteten Stents. Der Effekt ist bei Sirolimus-Stents ausgeprägter als bei Paclitaxel-Stents. Mit Sirolimus-Stents lässt sich im Vergleich zu unbeschichteten Stents während vier Jahren ein Zweiteingriff pro sechs Patienten verhindern. Zudem schnitten die Sirolimus-Stents bei der Herzinfarktrate besser ab als die anderen beiden Typen: Dank Sirolimus-Stents lässt sich während vier Jahren etwa ein Herzinfarkt pro 100 behandelte Patienten verhindern. "Wir kommen deshalb zum Schluss, dass Sirolimus freisetzende Stents den beiden anderen Stenttypen klinisch überlegen sind", sagt Peter Jüni.

COMPAMED.de; Quelle: Schweizerischer Nationalfonds SNF